Z Orthop Unfall 1992; 130(2): 152-156
DOI: 10.1055/s-2008-1040130
Experimentelle Orthopädie

© 1992 F. Enke Verlag Stuttgart

Experimentelle Studie zur Laminektomie der Halswirbelsäule

Experimental Study of Laminectomy of the Cervical SpineM. Schneider, W. Karg, U. Bieler
  • Chirurgische Klinik und Poliklinik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Direktor: OMR Prof. Dr. sc. med. A. Gläser)
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Publication Date:
18 March 2008 (online)

Zusammenfassung

Der Einfluß der Laminektomie auf die Statik der Halswirbelsäule wurde auf experimentellem Wege untersucht. Es erfolgten Druckversuche an isolierten supravitalen Halswirbeln im Vergleich zwischen Wirbeln mit eröffnetem und intaktem Wirbelbogen. Die während des Druckversuches auftretenden Veränderungen am Wirbelbogen wurden mittels Dehnungsmeßstreifen erfaßt. In einer weiteren Versuchsreihe versuchten wir, an Halswirbelsäulenpräparaten die Abhängigkeit zwischen Laminektomiehöhe und der zur Aufrechterhaltung der Lordosestellung erforderlichen dorsalen Kräfte zu ermitteln. Die Versuche wurden an einem von uns entwickelten Modell ausgeführt. Folgende Ergebnisse wurden erzielt: Der Wirbelbogen ist am Abfangen der axialen Kräfte beteiligt. Er stützt das hintere Drittel des Wirbelkörpers ab. Erst beim Erreichen der Bruchlast wird dies sichtbar. Bei Wirbeln mit eröffnetem Wirbelbogen bricht ein dorsaler Biegungskeil aus, der in Richtung Spinalkanal abkippt. Eine Teilresektion des Bogens bleibt ohne Folgen, wenn das untere Drittel des Bogens erhalten bleibt. Nach einer Laminektomie kann die Lordosestellung der Halswirbelsäule nur durch die Zunahme der dorsalen Kräfte aufrecht erhalten werden. Bei der Laminektomie des zweiten und fünften Halswirbels ist der erforderliche Kräftezuwachs am größten. Eine Bewegungsstudie zeigt, daß bei der Flexion eine Knickbildung im laminektomierten Bereich auftritt.

Abstract

The influence of laminectomy on the statics of the cervical spine was experimentally investigated. Pressure tests were carried out with isolated supravital cervical vertebrae with and without intact vertebral arches. Changes occuring during the pressure test were registered by streching measurement strips. We tried to determine the relation between the hight of laminectomy and the dorsal forces being necessary for the maintenance of lordosis in another series of experiments. The experiments were taken with a model developed by ourselves. Following results were reached: The vertebral arch is involved in the interception of axial forces. It shores up the back bird of the vertebral body. This is only visible with reaching the breaking load. A dorsal flexion wedge tilting over in the spinal canal breakes off at vertebrae without intact vertebral arch. After a laminectomy the lordisis of the cervical spine can only be kept up by the increase of dorsal forces. The necessary increase of forces is biggest with the laminectomy of the second and fifth vertebra. A motion-study shows that there oecurs a buckling in the area of laminectomy during flexion.