Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date 2018; 12(03): 283-297
DOI: 10.1055/a-0577-3214
Allgemeine Chirurgie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Was muss der Viszeralchirurg über Kinderchirurgie wissen?

Christoph Lemberg
,
Thomas Liebner
,
Robert Bergholz
,
Alexandra M. König
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
14. Juni 2018 (online)

In Deutschland gab es 2016 in 1951 Krankenhäusern 90 Fachabteilungen für Kinderchirurgie, demgegenüber stehen 357 Abteilungen für Kinderheilkunde [1]. Es ist somit nicht ungewöhnlich, dass auch Kinder in der Viszeralchirurgie konsiliarisch vorgestellt werden. Hier muss dann entschieden werden, ob der kleine Patient in eine kinderchirurgische Abteilung verlegt werden kann oder ob eine Versorgung vor Ort sinnvoll und notwendig ist.

Kernaussagen
  • In der klinischen Routine werden dem Viszeralchirurgen durchaus viele Fälle der Kinderchirurgie vorgestellt.

  • Die Besonderheit besteht hier darin, zusammen mit den Pädiatern mit einer relativ einfachen Diagnostik die konservativ zu behandelnden Erkrankungen von denen zu unterscheiden, die ein durchaus schnelles operatives Vorgehen erfordern.

  • Die Wahl der apparativen Untersuchungsmöglichkeiten beschränkt sich in den meisten Fällen auf die Sonografie. Röntgen oder gar CT bzw. MRT bleibt Ausnahmefällen vorenthalten.

  • Da eine Verlegung nicht immer möglich und sinnvoll ist, werden die Kinder dann in nicht kinderchirurgischen Abteilungen behandelt.

  • Umso wichtiger ist der Grundsatz, nicht Chirurgie am Kind, sondern Kinderchirurgie durchzuführen und die Besonderheiten zu beachten.

  • Der Pädiater und die Kinderstation sind notwendige Partner in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen, um dieser sehr inhomogenen Patientenklientel in allen Bereichen gerecht zu werden.