Rofo 2001; 173(08): 739-748
DOI: 10.1055/s-2001-16401
Radiologische Diagnostik von Fisteln und Abszessen bei Morbus Crohn: Kosten-Effektivitäts-Analyse zweier bildgebender Verfahren
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart

Radiologische Diagnostik von Fisteln und Abszessen bei Morbus Crohn: Kosten-Effektivitäts-Analyse zweier bildgebender Verfahren

M. Rösch
1   Abteilung Gesundheitsökonomie, Universität Ulm
,
A. Riber
2   Abteilung für Radiologische Diagnostik, Universitätsklinikum Ulm
,
R. Leidl
1   Abteilung Gesundheitsökonomie, Universität Ulm
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Publication Date:
15 August 2001 (online)

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Zusammenfassung.

Ziel: Beurteilung der Kosten-Effektivität von Magnetresonanztomographie und konventionellem Enteroklysma nach Sellink in der Diagnostik von enteralen Fisteln und Abszessen bei Patienten mit Morbus Crohn. Material und Methode: Die Kosten-Effektivität der beiden bildgebenden Verfahren wurde mit Hilfe eines entscheidungstheoretischen Modells berechnet, wobei die Daten von 84 Patienten einer klinischen Studie Verwendung fanden. Als primäre Effektgröße wurde ein hinsichtlich entzündlicher Veränderungen bei Morbus Crohn sowie Fisteln und Abszessen richtig diagnostizierter Patient betrachtet, was sowohl die richtig-positive als auch die richtig-negative Diagnose beinhaltete. Die Kosten der beiden Verfahren wurden nach dem Tarifwerk DKG-NT in DM erhoben. Der Einfluss unterschiedlicher Definitionen von Effektgrößen wurde abgeschätzt und uni- und multivariate Sensitivitätsanalysen wurden durchgeführt. Ergebnisse: Die inkrementelle Kosteneffektivität von MRT gegenüber dem Enteroklysma bezifferte sich auf 3119,33 DM pro zusätzlich richtig diagnostiziertem Patienten. Aus den Ergebnissen der Sensitivitätsanalyse ergaben sich Hinweise auf bestimmte Patientensubgruppen (z. B. Patienten mit gesichertem Verdacht auf Morbus Crohn verbunden mit einer hohen Fistel- und Abszessprävalenz), bei denen der zusätzliche Effekt schon für weniger als 1650 DM erzielt werden kann. Schlussfolgerung: Aufgrund dieser Ergebnisse dürfte die MRT aus Sicht klinischer und anderer Entscheidungsträger unter bestimmten Voraussetzungen als wirtschaftliches Verfahren in derMorbus Crohn-Diagnostik angesehen werden. Zur Formulierung einer Behandlungspolitik für Ärzte oder bei der Erstellung eines Leistungskataloges sollten auch die möglicherweise durch MRT eingesparten Folgekosten mitberücksichtigt werden.

Fistulas and abscesses in patients with Crohn's disease: Cost-effectiveness analysis of two different imaging strategies.

Purpose: To analyze cost-effectiveness of magnetic resonance imaging and conventional enteroclysis in the assessment of fistulas and abscesses in patients with Crohn's dissase (CD). Methods: A decision analytic model was used to compare enteroclysis with MRI, performing a cost-effectiveness analysis of both diagnostic strategies. Data from 84 patients undergoing a clinical trial were used. Primary outcome was defined as one correctly diagnosed patient regarding Crohn's disease, fistulas, and abscesses, including true-positive and true-negative cases. Costs of the two procedures were estimated in German Marks (DM) using fee schedules. The influence of different definitions of effects was calculated. For all variables single and multiple sensitivity analyses were performed. Results: Incremental cost effectiveness of MRI vs. enteroclysis was 3,119.33 DM per one additional correctly diagnosed patient. The results of sensitivity analyses suggest that MRI use in certain patient subgroups (patients at higher prevalence of CD, fistulas, and abscesses) even becomes more cost-effective. In this case one additional effect could be gained below 1,650 DM. Conclusions: From an economic perspective, decision makers should consider the use of MRI in the work-up of patients with Crohn's disease as an efficient procedure under certain conditions. To support treatment policies for physicians or insurance coverage of certain diagnostic strategies the costs possibly saved with MRI should also be considered.