Geburtshilfe Frauenheilkd 2001; 61(5): 257-267
DOI: 10.1055/s-2001-14150
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Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Risikofaktoren und -beurteilung in der Menopause

Risk Factors and Risk Assessment in MenopauseP. G. Oppelt, M. W. Beckmann
  • Frauenklinik, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen
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Publication Date:
31 December 2001 (online)

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Zusammenfassung

Mit steigendem Alter nimmt die Morbidität zu. Die Akkumulation von Risikofaktoren und von Risikokonstellationen führt sowohl in unterschiedlichen Organsystemen als auch in der Interaktion zwischen diesen verschiedenen Systemen zur deutlichen Risikoerhöhung. Dies verändert die individuelle Lebensqualität bzw. die gesamte Lebenssituation. Die Ansprüche postmenopausaler Frauen an ihr Wohlbefinden, ihre Gesundheit und ihre Lebensqualität sind gestiegen und sollten zu einer höheren Präferenz bei der Nutzung von Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsförderungsstrategien führen. Grundlage für die Bereitschaft zur gezielten Änderung der Lebensgewohnheiten ist das Wissen um die erkrankungsspezifischen Risikofaktoren bzw. das individuelle Erkrankungsrisiko. Das individuelle Erkrankungsrisiko könnte mittels eines Risikoscores ermittelt werden. Derzeit sind entweder Scores, die sich nur auf spezielle Organsysteme, oder Scores z. B. zur Vitalitätsdiagnostik und für menopausale Symptome publiziert. Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines übergreifenden Risikoscores ist die Festlegung der relevanten Organsysteme, die Auswahl der entscheidenden Risikofaktoren und ihre Wertung innerhalb eines gewählten Organsystems. Die Entwicklung dieser Risikoscores ist in Zukunft bei steigendem Bevölkerungsalter noch mehr gefragt um gezielte individuelle Risikoreduktion und Prävention zu betreiben. Die vorliegende Übersicht fasst den aktuellen Wissensstand zu organspezifischen Risikofaktoren und den publizierten Risikoscores zusammen.

Summary

With age morbidity is increasing. The accumulation of risk factors and of risk constellations of different organ systems as well as the interaction between different organ systems lead to this increasing risk. The individual quality of life and the overall way of life is therewith altered. Postmenopausal women have focused demands concerning their well being, health and quality of life. All this should preference the use of preventive measures and health supporting strategies. The basis for directed changes in life style are the knowledge about disease specific risk factors and individual risk assessment. Individual risk assessment could be performed by risk scores. At present, either risk scores assessing specific organ systems or scores about cognitive functions or menopausal symptoms are published. Difficulties in the development of an overall risk score include the determination of the relevant organ systems, the choice of the most important risk factors and their value for the chosen organ system. In the future due to the increasing age of the population the development of risk scores is of significance for individual risk reduction and prevention. This paper summarizes the knowledge about organ-specific risk factors and published risk scores.