Zusammenfassung
Hintergrund Bei familiärem Risiko für Darmkrebs wird eine Früherkennungskoloskopie bereits vor dem Alter von 55 Jahren empfohlen. Ziel der Untersuchung war die Befragung von Betroffenen im Alter von 40 bis 54 Jahren, ob sie sich bereits zur Früherkennung informiert haben und durch welche Institutionen oder Medien sie informiert werden möchten.
Methode Analyse von Daten aus einer Querschnittstudie: Personen mit familiärem Risiko für Darmkrebs wurden hinsichtlich der genannten Fragestellungen schriftlich im hausärztlichen Setting befragt.
Ergebnisse In der Studie nahmen 191 Personen mit familiärem Risiko für Darmkrebs teil: 59,6% hatten sich bereits zur Früherkennung von Darmkrebs informiert, davon 67,0% über die ärztliche Versorgung. Die Mehrzahl wünscht sich Informationen zur Darmkrebsfrüherkennung vom Hausarzt (98,9% trifft vollständig zu/trifft eher zu) sowie von der Krankenversicherung (74,5% trifft vollständig zu/trifft eher zu). Eher keine Informationen wünschen sich Teilnehmer von öffentlichen Einrichtungen wie dem Gesundheitsamt (69,5% trifft nicht zu/trifft eher nicht zu) und privaten Organisationen wie Selbsthilfegruppen (80,9% trifft nicht zu/trifft eher nicht zu). Etwa die Hälfte bevorzugt Informationen über das Fernsehen. Männer wünschen sich häufiger als Frauen Informationen über das Internet (trifft vollständig zu/trifft eher zu: 66,7 vs. 43,8%) oder Zeitungen und Zeitschriften (trifft vollständig zu/trifft eher zu: 53,6 vs. 41,8%).
Schlussfolgerung Eine im hausärztlichen Setting durchgeführte Befragung ergab, dass sich bereits mehr als die Hälfte der betroffenen Personen zur Früherkennung von Darmkrebs informiert hatten. Das Setting der Befragung kann dazu beigetragen haben, dass der Hausarzt bei den bevorzugten Informationsquellen an erster Stelle genannt wurde. Weiterhin zeigen diese Ergebnisse einer deutschlandweit einzigartigen Kohorte im Alter von 40 bis 54 Jahren mit familiärem Risiko für Darmkrebs, dass das bisherige Informationsverhalten nicht überdurchschnittlich ausgeprägt war und dass Männer und Frauen durchaus auf unterschiedlichen Wegen angesprochen werden können.
Abstract
Background Colonoscopy is recommended for persons with a familial risk of colorectal cancer (CRC) before they reach 55 years of age. The aim of this analysis was to ask affected persons aged 40–54 years whether they had found out about early detection of CRC and from which institutions and media they would like to obtain such information.
Methods Analysis of data from a cross-sectional study: In a general practice setting, those with a positive family history of CRC were asked to provide written information.
Results In total, 191 persons with a positive family history of CRC participated in the study: 59.6% had already found out about early detection of CRC. Out of this, 67.0% had received information from their physicians. Most of the participants wanted information on early detection of CRC to be provided by the general practitioner (98.9% completely or mostly agree), and by health insurers (74.5% completely or mostly agree). The participants would rather not prefer to receive information from public institutions such as the public health department (69.5% not or mostly not agree) and private organizations such as self-help groups (80.9% not or mostly not agree). Approximately half would prefer to receive such information via TV. More men than women would prefer to source such information from the internet (completely or mostly agree: 66.7 vs. 43.8%), or newspapers and magazines (completely or mostly agree: 53.6 vs. 41.8%).
Conclusion A survey in a general practice setting found that more than half of persons with familial risk of CRC had already obtained information on early detection. The setting of the survey on preferred information sources possibly encouraged participants to put general practitioners in the first place. Furthermore, the results of this nationwide unique cohort of persons aged 40–54 with a familial risk of CRC show that their information-seeking behavior was not more pronounced than average and that men and women can be provided with information in different ways.
Schlüsselwörter
Darmkrebs - familiäres Risiko - Früherkennung - Information
Key words
colorectal cancer - familial risk - early detection - information