Adipositas - Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie 2018; 12(04): 183-188
DOI: 10.1055/s-0038-1676675
Übersichtsarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Metastabile Epiallele – beeinflussen epigenetische Varianten das individuelle Adipositasrisiko?

P. Kühnen
1   Institut für experimentelle pädiatrische Endokrinologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin
,
H. Krude
1   Institut für experimentelle pädiatrische Endokrinologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin
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Publication Date:
12 December 2018 (online)

Zusammenfassung

Epigenetische Modifikationen der DNA stellen einen sehr konservierten Regulationsmechanismus bei Pflanzen, Tieren und Menschen dar. Veränderungen beispielsweise der DNA Methylierung können zu der Entwicklung von Tumoren führen und spielen bei der Entstehung von sogenannten Imprinting Erkrankungen eine Rolle. Unklar ist jedoch die Bedeutung dieser Modifikationen für die Entstehung von chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Adipositas. Gewebespezifität, genetischer Einfluss und Variabilität der DNA Methylierung stellen eine große Herausforderung für die Untersuchung dieser Zusammenhänge dar. Ergebisse aus epigenom-weiten Assoziationsstudien (EWAS) sowie die Identifikation von sogenannten metastabilen Epiallelen weisen jedoch darauf hin, dass es Unterschiede in der DNA Methylierung gibt, die das individuelle Risiko für die Entwicklung von Adipositas beeinflussen. Es werden zukünftige Studien zeigen, inwieweit Epigenetik im einzelnen von Bedeutung für die Adipositasentwicklung ist und ob dieses Wissen auch therapeutisch von Nutzen sein könnte.

Summary

Epigenetic modifications are highly conserved between plants, animals and humans. Variants, for example DNA methylation, are playing a role for the development of certain types of tumors and imprinting diseases. However, the impact of these modifications on chronic and common dieases like obesity is less clear.

Tissue specificity, genetic impact and variability of DNA methylation are confounding factors, which could lead to difficulties to analyse the relationship between epigenetics and obesity.

Results of epigenome-wide association studies (EWAS) and the identification of socalled metastable epialleles are pointing towards an importance of these epigenetic modifications for the regulation of the individual risk to develop obesity later in life.

Future studies will provide further evidences pertaining to the extend of epigenetic mechanisms in body weight regulation. The knowledge could be beneficial for therapeutic strategies.