Gastroenterologie up2date 2014; 10(01): 51-67
DOI: 10.1055/s-0034-1364923
Leber/Galle/Pankreas
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nicht invasive versus invasive Beurteilung der Leberfibrose

Sebastian Mueller
,
Helmut K. Seitz
,
Peter Schirmacher
,
Beate K. Straub
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
27. März 2014 (online)

Zoom Image
Kernaussagen

Fibrose- und Zirrhosediagnostik

  • Eine frühe Diagnose einer Leberzirrhose verlängert das Überleben durch die frühe Möglichkeit der Einleitung einer kausalen Therapie und durch die rechtzeitige Erkennung von Komplikationen wie z. B. von Ösophagusvarizen, eines Leberversagens und der malignen Transformation.

  • Die Leberbiopsie ist der Goldstandard der Fibrosediagnostik und kann darüber hinaus viele zusätzliche Informationen liefern. Der Einsatz der Leberbiopsie wird jedoch im praktischen Alltag durch deren Invasivität, Patienten-Compliance und einen nicht zu unterschätzenden Probenfehler eingeschränkt.

  • Verfahren der Bildgebung sind nicht sehr sensitiv und die Serummarker haben sich trotz aller möglichen Vorzüge nicht breit durchsetzen können, da sie nicht organspezifisch sind und vor allem durch Entzündungen verfälscht werden können.

Elastografische Verfahren

  • Insbesondere die alleinige Beurteilung des Fibrosegrades ist durch die neuen, nicht invasiven elastografischen Verfahren (Fibroscan, ARFI, SWE) erheblich erleichtert worden. Die Ergebnisse sind unmittelbar verfügbar, weisen einen kleinen Probenfehler auf und können daher im Verlauf kontrolliert werden.

  • Eine normale Lebersteifigkeit schließt vor allem eine Leberfibrosierung aus und in den meisten Fällen kann dann auf eine Leberbiopsie verzichtet werden.

  • Die Diagnose einer erhöhten Lebersteifigkeit wiederum erfordert eine differenzierte hepatologische Beurteilung im klinischen Kontext.

  • Während durch eine zeitgleiche Sonografie und ein aktuelles Labor die überwiegende Mehrzahl der Patienten mit erhöhter Lebersteifigkeit problemlos eingeordnet werden kann, ergeben sich hier im Einzelfall auch neue Indikationen für eine Leberbiopsie.

  • Die Leberbiopsie bleibt ein wichtiges Diagnoseverfahren immer dort, wo eine unklare Befundsituation vorliegt, Komorbiditäten ausgeschlossen oder andere wichtige histologische Fragen beantwortet werden müssen. Hier ist eine enge Zusammenarbeit von Internisten/Gastroenterologen, Chirurgen, Radiologen und Pathologen erforderlich.

Crossref Cited-by logo
Zitierungen