Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 2018; 28(05): 287-290
DOI: 10.1055/a-0684-9927
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Dekompressive Kraniektomie: Ergebnisse einer frührehabilitativen Förderung sechs Monate nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma

Decompressive Craniectomy: Early Rehabilitation Outcome Six Months After Severe Brain Injury
Marcela Lippert-Gruener
1   3LF, UK, FNKV, Prag
2   Neurologische Rehabilitation, ANR Bonn, Bonn
,
Christoph Wedekind
2   Neurologische Rehabilitation, ANR Bonn, Bonn
3   Neurologische Rehabilitation, SozialStiftung Bamberg, Bamberg
› Author Affiliations
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Publication History

eingereicht 30 December 2017

akzeptiert 13 August 2018

Publication Date:
11 October 2018 (online)

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Zusammenfassung

Fragestellung Die Frage, ob die dekompressive Kraniektomie nach fehlgeschlagener konservativer Behandlung zu einer wesentlichen Verbesserung der Prognose der schwer hirnverletzten Patienten beitragen kann konnte in der Literatur bisher nicht einheitlich beantwortet werden.

Material und Methoden Bei 15 schwer Schädel-Hirn-Verletzten mit therapie-resistenter Hirndrucksteigerung wurde nach fehlgeschlagener konservativer Behandlung eine dekompressive Kraniektomie durchgeführt. Alle Überlebenden erhielten eine multimodal orientierte, komplexe und wohnortnahe Frührehabilitation mit einer durchschnittlichen Therapiedauer von 3 Monaten. Im Rahmen einer Kohorten-Beobachtungsstudie wurde die Follow up Untersuchung 6 Monate nach Trauma durchgeführt.

Ergebnisse Das Behandlungsergebnis war mit einem GOS Median von 3 Punkten und einer Sterblichkeitsrate von 33%. insgesamt ungünstig. Der Barthel Index lag im Mittelwert bei 46,5 Punkten die FIM bei einem Mittelwert von 67,5 Punkten.

Diskussion Der Prozentsatz konservativ behandelter Patienten, die mit einem guten Outcome zu rechnen haben liegt in der Literatur meist noch schlechter als bei unserem Kollektiv, wo allerdings auch nur 3 von 15 Patienten eine vollständige Unabhängigkeit in den Verrichtungen des täglichen Lebens erreichen konnten. Keiner der Patienten erlangte die Berufsfähigkeit wieder.

Schlussfolgerung Trotz einer intensiven Frührehabilitation bleibt das Behandlungsergebnis von kraniektomierten Patienten nach einem schweren SHT ungünstig.

Abstract

Purpose To evaluate the impact on patients’ outcome of decompressive craniectomy with duraplasty in case of increased intracranial pressure after severe traumatic brain injury.

Materials and Methods Outcome was measured by GOS, Barthel index, and Functional Independence Measure (FIM). In addition, professional ability and the need for care were evaluated. A total of 15 cases after severe traumatic brain injury were included. Endpoint of follow-up was at 6 months after injury.

Results Overall outcome was unfavourable, mean Barthel index was 46.5 (range 0–100), mean FIM score 67.5 (18–126). Only 3 cases reached a condition completely independent of care. None of the patients regained professional ability.

Conclusions Despite treatment with decompressive craniectomy, overall outcome in severe traumatic brain injury remains unfavourable.