Z Sex Forsch 2013; 26(3): 232-244
DOI: 10.1055/s-0033-1350475
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sexuelle Bildung und Koitusaktivität bei Jugendlichen mit und ohne Behinderung

Sabine Wienholz
a   Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health, Universität Leipzig
,
Anja Seidel
a   Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health, Universität Leipzig
,
Christina Schiller
a   Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health, Universität Leipzig
,
Marion Michel
a   Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health, Universität Leipzig
,
Monika Häußler-Sczepan
b   Fachbereich Soziale Arbeit, Hochschule Mittweida
,
Steffi G. Riedel-Heller
a   Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health, Universität Leipzig
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
16 September 2013 (online)

Übersicht

Über die Sexualität behinderter Jugendlicher gibt es nur wenige Daten. Der vorliegende Artikel vergleicht erstmals die Sexualität von Jugendlichen mit und ohne Behinderung hinsichtlich des sexuellen Wissens und der Erfahrung mit Geschlechtsverkehr. Analysiert wurden 140 Jugendliche mit Körper-, Hör- und Sehbehinderungen und 306 nichtbehinderte Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Sachsen. 28 % der behinderten Jugendlichen berichteten über Erfahrungen mit Geschlechtsverkehr, bei den nichtbehinderten Jugendlichen waren dies 39 %. Jugendliche ohne Behinderung zeigten ein besseres Verhütungsverhalten und waren besser über den Zeitpunkt der Ovulation informiert als Jugendliche mit Behinderungen. Insgesamt waren behinderte Jugendliche subjektiv und objektiv weniger aufgeklärt und sexuell unerfahrener als ihre nichtbehinderten Altersgenossen, was für den Ausbau schulischer Sexualaufklärung an Förderschulen spricht.