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DOI: 10.1055/s-0033-1335069
Was heißt: Sexualität ist „bio-psycho-sozial“?
Über die erkenntnistheoretischen Grundlagen interdisziplinärer SexualforschungPublikationsverlauf
Publikationsdatum:
21. März 2013 (online)
Übersicht
Die gemeinsame Überzeugung, Sexualität sei ein „bio-psycho-soziales“ Phänomen, scheint in der multidisziplinären Sexualforschung seit einiger Zeit die alte Debatte zwischen „Essentialisten“ und „Konstruktivisten“ abgelöst zu haben. Von dieser Beobachtung ausgehend stellt der Autor die Frage, was genau mit dem neuen Formelkompromiss gemeint sein könnte. In Auseinandersetzung mit den erkenntnistheoretischen Prämissen evolutionspsychologischer Forschung einerseits und sozialwissenschaftlicher Praxistheorie andererseits arbeitet er zwei unterschiedliche bio-psycho-soziale Modelle heraus, die sich u. a. in der Frage unterscheiden, wie sie den Zusammenhang zwischen Natur und Kultur thematisieren. Er wendet sich gegen die analytische Aufspaltung der Sexualität in einen vorgängigen konstanten und einen nachgeordneten variablen Anteil, die dann häufig arbeitsteilig im einen Fall nur von Natur-, im anderen Fall nur von Sozial- und Kulturwissenschaftlern untersucht würden. Abschließend plädiert er für einen echten interdisziplinären Dialog.