Pneumologie 2006; 60(11): 662
DOI: 10.1055/s-2006-956985
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Solitäre Lungenrundherde - Integriertes PET/CT für Differenzierung besonders geeignet

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Publication Date:
16 November 2006 (online)

 
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Solitäre Lungenrundherde stellen Kliniker häufig vor diagnostische Probleme, denn in 30-40% der Fälle sind sie maligne. Auch Feinnadelbiopsien bringen hier nicht immer eindeutige Ergebnisse. C. H. Yi et al. untersuchten, wie sicher Spiral-CT und integrierte PET/CT solche Befunde differenzieren können. J Nucl Med 2006; 443-450

119 Patienten mit einem solitären Lungenrundherd wurden in die Studie aufgenommen. Bei ihnen war nach Diagnosestellung sowohl eine Spiral-CT als auch eine integriertes PET/CT durchgeführt worden. Es handelte sich um 62 Männer und 57 Frauen im Alter zwischen 31 und 81 Jahren (Durchschnittsalter 55 Jahre). 24 von ihnen unterzogen sich einer transthorakalen Feinnadelbiopsie, 75 einem operativen Eingriff. Bei weiteren 20 Patienten wurde keine Histologie gewonnen, da die Verlaufsbeobachtung einen benignen Befund nahe legte. Dieser wurde auch der Auswertung zugrunde gelegt. Die Autoren schätzten anhand der Untersuchungsbefunde die Malignität der Rundherde ein. Die Kriterien hierfür waren im Spiral-CT ein Enhancement ≥ 25 Hounsfield-Einheiten (HU) und ein Washout von 5-31 HU, im PET/CT ein höherer 18F-FDG Uptake als der von umgebenden mediastinalen Strukturen und ein maximaler standartisierter Uptake ≥ 3,5.

Von den 119 Lungenrundherden erwiesen sich histologisch (bzw. im Verlauf) 79 (66%) als maligne und 40 (34%) als benigne. Für die Spiral-CT betrugen in der Differenzierung eines malignen Befundes Sensitivität, Spezifität und Genauigkeit 81% (64 von 79 Rundherden), 93% (37 von 40) und 85% (101 von 119). Bei der integrierten PET/CT ergaben sich entsprechend Werte von 96% (76 von 79), 88% (35 von 40) und 93% (111 von 119). Alle malignen Rundherde wurden entweder im Spiral-CT oder im intergrierten PET/CT korrekt eingeschätzt.

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Verkalkungsmuster in der Differenzialdiagnose von Lungenrundherden. a) Grobschollige Verkalkungen im glatt begrenzten Rundherd beim Tuberkulom. b) Irreguläre Verkalkung in einem großen Karzinom. Dieser eher seltene Befund zeigt die Limitationen dieses radiologischen Zeichens auf (Bild: Bildgebende Diagnostik von Lunge und Pleura, Thieme1998).

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Fazit

Die integrierte PET/CT ist für die Malignitätsbeurteilung solitärer Lungenrundherde sensitiver und genauer als die Spiral-CT. Da diese aber immer noch akzeptable Werte zeigt, stellt sie eine gute Alternative zur PET/CT dar, wo diese nicht verfügbar ist, so die Autoren.

Dr. Johannes Weiß, Bad Kissingen

 
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Verkalkungsmuster in der Differenzialdiagnose von Lungenrundherden. a) Grobschollige Verkalkungen im glatt begrenzten Rundherd beim Tuberkulom. b) Irreguläre Verkalkung in einem großen Karzinom. Dieser eher seltene Befund zeigt die Limitationen dieses radiologischen Zeichens auf (Bild: Bildgebende Diagnostik von Lunge und Pleura, Thieme1998).