Die Zeitschrift für Orthopädie hat ein verändertes
Gesicht. Seit einem Jahr erscheint sie unverkennbar als Publikation des
Thieme-Verlages in blauem Gewand. Nun hat sich auch das Innere der Zeitschrift
geändert: Das Layout ist modernisiert. Schriftleitung und Verlag hoffen,
damit auch den stets steigenden Ansprüche an eine anschauliche und
übersichtliche Präsentation der Publikationen gerecht zu werden.
Veränderungen gibt es auch im Kreise der Herausgeber und der
Gutachter. Herr Prof. Dr. Hackenbroch ist mit seiner Emeretierung nach
14jähriger Tätigkeit als Herausgeber der Zeitschrift für
Orthopädie ausgeschieden. Die Schiftleitung, die Mitherausgeber und der
Verlag danken Herrn Prof. Hackenbroch für seine engagierte Mitarbeit, die
den Stellenwert der Zeitschrift für Orthopädie als bestes nicht
englischsprachiges Publikationsorgan für Orthopädie gefestigt
hat.
Als „Maß” für den Stellenwert einer
wissenschaftlichen Zeitschrift, so auch der Zeitschrift für
Orthopädie, gilt der Impact-Factor. Dass dieser - vom Institute for
Scientific Information (ISI) in Philadelphia jährlich neu festgelegt
- umstritten ist, wurde in dieser Zeitschrift wiederholt diskutiert
(Niethard 1996, 2001) [4]
[5].
Dessen ungeachtet ist er bisher der einzige Maßstab, um die Akzeptanz
einer Zeitschrift auf dem wissenschaftlichen Feld zu quantifizieren. Auch im
Jahr 2000 ist die Zeitschrift für Orthopädie mit einem Impact-Factor
von 0,446 nach wie vor bestes, nicht englischsprachiges Publikationsorgan in
der Orthopädie (Tab. [1]). Dies ist um so
höher zu bewerten, als die deutschsprachigen Publikationsorgane im
angelsächsischen Schrifttum offenbar gering beachtet und geachtet werden.
Füeßl (2000) [1] weist darauf hin, dass es in
der englischsprachigen Literatur von orthographischen Fehlern und
sinnentstellenden Formulierungen bei Literaturzitaten aus deutschsprachigen
Publikationsorganen geradezu „strotzt”. Kein Journal würde
das bei englischen Zitaten tolerieren. „Mark Twains maliziöse
Anmerkungen „the awful german language” scheint in vielen
englischsprachigen Köpfen zu stecken” (Füeßl 2000)
[1]. Zu Recht weist der Autor darauf hin, dass durch
diese einseitige Sicht, die für die heutige Entwicklung von Leitlinien
wichtigen Metaanalysen, z. B. der Cochrane Library, verfälscht werden.
Tab. 1 Impact-Factor
Rang
| Journal
| Impact-Factor
|
1
| JORTHOPAED RES
| 2.233
|
2
| J BONE JOINT SURG
| 2.222
|
3
| OSTEOARTHR
| 2.080
|
4
| SPINE
| 1.843
|
5
| J BONE JOINT SURG BR
| 1.612
|
6
| J ORTHOP SPORT PHYS
| 1.424
|
7
| CLIN J SPORT MED
| 1.255
|
8
| PHYS THER
| 1.222
|
9
| ARTHROSCOPY
| 1.217
|
10
| CLIN ORTHOP RELAT R
| 1.182
|
11
| CLIN BIOMECH
| 1.056
|
12
| J ARTHROPLASTY
| 0.978
|
13
| ACTA ORTHOP SCAND
| 0.973
|
13
| J SHOULDER ELB SURG
| 0.973
|
15
| GAIT POSTURE
| 0.955
|
16
| CONNECT TISSUE RES
| 0.952
|
17
| ORTHOP CLIN N AM
| 0.874
|
18
| J ORTHOP TRAUMA
| 0.843
|
19
| J SPINAL DISORD
| 0.816
|
20
| J HAND SURG-AM
| 0.795
|
21
| J PEDIATR ORTHOPED
| 0.636
|
22
| HAND CLIN
| 0.571
|
23
| ARCH ORTHOP TRAUM SU
| 0.507
|
24
| J HAND SURG-BRIT EUR
| 0.495
|
25
| FOOT ANKLE INT
| 0.493
|
26
| ISOKINET EXERC SCI
| 0.476
|
27
| ORTHOPEDICS
| 0.472
|
28
|
Z
ORTHOP GRENZGEB
|
0.446
|
29
| INT ORTHOP
| 0.368
|
30
| ORTHOPADE
| 0.364
|
31
| NEURO-ORTHOPEDICS
| 0.273
|
32
| J BACK MUSCULOSKELET
| 0.261
|
33
| KNEE
| 0.255
|
34
| J PEDIATR ORTHOP B
| 0.217
|
35
| REV CHIR ORTHOP
| 0.212
|
36
| J AM PODIAT MED ASSN
| 0.189
|
37
| PROSTHET ORTHOT INT
| 0.119
|
38
| JNMS-J NEUROMUSC SYS
| 0.103
|
39
| CURR ORTHOPAED
| 0.099
|
Aus diesem Grund wurde in dieser Zeitschrift bereits die Forderung
nach einem „europäischen Impact-Factor” aufgestellt
(Niethard, 2001) [5]. Nun liegt ein erster Entwurf
für einen solchen „Euro-Faktor” vor (Hofbauer, 2002)
[2]. Die von Hofbauer iniziierte Arbeitsgruppe hat das
Dilemma erkannt, dass europäische Arbeiten kaum in amerikanischen
Journalen veröffentlicht werden. Trotz der Sprachgrenzen (Sprach-Bias,
Füeßl, 2000) [1] wird in Europa zunehmend der
Impact-Factor als alleiniger Bewertungsmaßstab für die
Leistungsfähigkeit von Journalen aber auch von Fakultäten und ganzen
Universitäten herangezogen, was nicht einmal in den USA der Fall ist. Aus
diesem Grund ist der Entwurf eines europäischen Impact-Factors ein mutiger
Schritt in die richtige Richtung. Auch bei diesem „Euro-Faktor”
ist die Zeitschrift für Orthopädie gut und als beste nicht
englischsprachige Zeitschrift im europäischen Raum platziert
(Tab. [2]). Noch sind offenbar nicht alle
Journale des europäischen Raumes erfasst (z. B. Revue
orthopédique). Fünf der bislang gelisteten orthopädischen
Zeitschriften sind englischsprachig. Dies ist Ausdruck des Circulus vitiosus,
nachdem ein geringer Impact-Factor die nicht englischsprachigen Autoren dennoch
in die angelsächsische Literatur treibt (Köbberling 2000)
[3]. Englisch wird die Sprache der internationalen
Wissenschaft bleiben. Der europäische Impact-Factor aber schafft die
Möglichkeiten, die Vorgaben des „europäischen
Publikationsmarktes” besser zu berücksichtigen. Mit Modifikationen
ausgestattet wünschen wir ihm viel Erfolg.
Tab. 2 Euro-Factor (EF)
TM
1
| Acta Orthop Scand
| 6.78
|
2
| Osteoporosis Int
| 4.86
|
3
| Arch Orthop Traum Surg
| 3.01
|
4
| Int Orthop
| 2.67
|
5
|
Z
Orthop
|
2.50
|
6
| Osteoarthr Cartilage
| 2.15
|
7
| Orthopäde
| 2.12
|