Die Senkung des Blutdrucks ist die wirksamste Maßnahme, um das kardiovaskuläre Risiko des Typ-2-Diabetikers zu senken. Den besten Schutz für Herz und Gefäße bieten ACE-Hemmer. Die Empfehlungen der ESC-Leitlinie zur Blutdrucksenkung für Diabetespatienten [1] basieren ganz wesentlich auf den Ergebnissen der ADVANCE- Studie [2] mit Perindopril/Indapamid.
In dieser Studie hatten Typ-2-Diabetiker Perindopril/Indamapid (BiPreterax®N) oder Placebo zusätzlich zu einer antihypertensiven Standardtherapie erhalten. Die Gesamtmortalität in der Perindopril/Indapamid-Gruppe war nach 5 Jahren signifikant um 14 % (p = 0,03) geringer. Auch das Risiko für koronare Ereignisse lag um 18 % (p = 0,03) und das für renale Ereignisse um 21 % (p < 0,0001) niedriger.
Nachhaltige Effekte durch strenges Blutdruckziel
Wie Prof. Peter Trenkwalder, Starnberg, erinnerte, hatte bereits die UKPDS-Studie [3] gezeigt, dass eine strengere versus eine weniger strenge Blutdrucksenkung das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse im Verlauf von 9 Jahren um 32 % gesenkt hat. Eine Follow-up-Beobachtung von UKPDS [4] für weitere 5 Jahre zeigte, dass sich die Blutdruckkurven der ehemaligen Interventions- und Kontrollgruppe sehr bald wieder einander annäherten. Aber keiner der positiven kardiovaskulären Effekte der strengeren Blutdruckkontrolle blieb langfristig erhalten. Auch in der Follow-up-Beobachtung ADVANCE-ON [5] verschwanden die Blutdruckunterschiede ziemlich bald, nicht aber die Endpunktvorteile. Auch nach 10 Jahren waren noch eine Mortalitätsreduktion um 9 % (p = 0,03) und eine Abnahme der kardiovaskulären Sterblichkeit um 12 % (p = 0,04) in der ehemaligen Interventionsgruppe erhalten. Als mögliche Gründe dafür, warum die ADVANCE-Studie nachhaltige Effekte gezeigt hat und die UKPDS nicht, nannte Trenkwalder, dass ADVANCE ein deutlich strengeres Blutdruckziel verfolgt hat als UKPDS und dass die Patienten auch in der Follow-up-Phase besser eingestellt waren. Auch ein substanzspezifischer Vorteil auf strukturelle kardiovaskuläre Veränderungen komme in Betracht.
Die Gesamtmortalität senkten in einer großen Metaanalyse übrigens nur ACE- Hemmer signifikant um 11 %, der Effekt der Angiotensin-2-Antagonisten war dagegen neutral, wie Prof. Hermann Haller, Hannover, ergänzte [6].
Dr. Angelika Bischoff, Planegg
Quelle: Symposium „Arterielle Hypertonie –
zeitgerecht therapieren“ im Rahmen des 121. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. am 18. April 2015 in Mannheim. Veranstalter: Servier Deutschland GmbH.