Li PK, Culleton BF, Ariza A et al.
IMPENDIA and EDEN Study Groups. Randomized, controlled trial of glucose-sparing peritoneal dialysis in diabetic patients.
J Am Soc Nephrol 2013;
24: 1889-1990
Quelle: Li PK, Culleton BF, Ariza A et al.; IMPENDIA and EDEN Study Groups. Randomized, controlled trial of glucose-sparing peritoneal dialysis in diabetic patients. J Am Soc Nephrol 2013; 24: 1889–1990
Thema: 50 % der PD-Patienten (PD: Peritonealdialyse) haben ein metabolisches Syndrom. Die Glukose, welche als osmotisches Agens bei der üblichen PD-Verschreibung zum Einsatz kommt, wird teilweise resorbiert und hat das Potenzial, ein metabolisches Syndrom zu verschlechtern. Daraus resultiert die Hypothese, dass mit glukosesparenden PD-Regimes eine positive Beeinflussung entsprechender Laborparameter (HbA1c, Lipide etc.) möglich ist und in den günstigsten Fällen damit auch eine Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erreicht werden kann. Letztere werden bei Dialysepatienten insgesamt deutlich erhöht gefunden und sind für PD-Patienten ebenfalls eine häufige Komplikation [1].
Projekt: In einer internationalen Multicenterstudie wurde bei Diabetikern an der PD einerseits normale, saure PD-Lösungen (PDFs) (Dianeal) vs. einer Kombination von biokompatiblen PDFs (Physioneal) mit aminosäurehaltigen (Nutrineal) und Icodextrinlösungen (Extraneal) (P-E-N) und, da nicht ausreichend Patienten in diesem Teil (IMPENDIA-Studie) rekrutiert werden konnten, in einem anderen Teil aus Kolumbien auch im Interventionsarm normale, saure Lösungen (Dianeal) (D-E-N) (EDEN-Studie) untersucht. Primärer Endpunkt war die Stoffwechselkontrolle mittels Bestimmung von HbA1c und es wurden beide Studien gemeinsam ausgewertet.
Ergebnisse: Es konnten 251 Patienten eingeschlossen werden, 180 in IMPENDIA und 71 in EDEN. Die Studien wurden signifikant häufiger in der Interventionsgruppe unterbrochen, wobei der Effekt insbesondere bei EDEN ausgeprägt war. Ursache waren vermehrte Todesfälle, Nierentransplantationen, Abbrüche durch die Studienleiter und durch die Patienten. PDF-assoziierte Nebenwirkungen fanden sich signifikant häufiger in der Interventionsgruppe. Weiter fanden sich häufiger ernsthafte Nebenwirkungen (SAEs) in der Interventionsgruppe (47 % vs. 32 %, p = 0,02). Erfreulich war, dass sich aber eine signifikant bessere Kontrolle von HbA1c fand (–0,5 %, p = 0,006) und ebenfalls der Parameter des Lipidstoffwechsels. Erstaunlich und nicht erwartet fand sich dann aber für Albumin in der Interventionsgruppe ein Abfall von 0,5 g%, während in der Kontrollgruppe ein Anstieg von 0,6 g% beobachtet wurde (p = 0,03).
Fazit: Obwohl sich mit glukosesparenden PD-Regimes eine bessere Kontrolle des metabolischen Syndroms fand, musste dies mit einem erheblichen Anstieg an Nebenwirkungen, teilweise auch von ernsthaften, erkauft werden. Insbesondere beschrieben die Autoren ihren Eindruck und Beobachtungen, dass zahlreiche ernsthafte Nebenwirkungen in der Interventionsgruppe durch die Verwendung von 3 verschiedenen Substanzen, anderseits aber auch durch Überwässerung, verursacht wurden.
Schlüsselwörter: Peritonealdialyse – glukosesparend – metabolisches Syndrom – Diabetiker – Komplikationen
Literatur
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Weinhandl ED, Foley RN, Gilbertson DT et al. Propensity-matched mortality comparison of incident hemodialysis and peritoneal dialysis patients. J Am Soc Nephrol 2010; 21: 499–506