Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2013; 48(6): 386-390
DOI: 10.1055/s-0033-1349001
Fachwissen
Intensivmedizin
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Kasuistik – Leukozytose im Zuge einer Clostridium-difficile-Infektion

Clostridium difficile infection associated leukocytosis

Authors

  • Katja S Weber

  • Jerome M Defosse

  • Frank Wappler

  • Samir G Sakka

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Publication History

Publication Date:
04 July 2013 (online)

Zusammenfassung

Die Inzidenz und der Schweregrad von Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) nehmen zu, was mitunter auf die zunehmende Ausbreitung hypervirulenter Stämme zurückgeführt wird. Schwere Verläufe der CDI sind u.a. durch eine ausgeprägte Leukozytose gekennzeichnet. Eine Leukozytose hat einen prädiktiven Wert für einen komplizierten Verlauf. Wir berichten über 2 Patienten, die im Rahmen einer schweren CDI eine leukämie-ähnliche Leukozytose entwickeln. Diese bildet sich in beiden Fällen unter leitliniengerechter Therapie der CDI zurück, ohne dass auf Therapieschemata von Erkrankungen des leukämischen Formenkreises zurückgegriffen werden muss. Bemerkenswerterweise wird in keinem der beiden Fälle ein hypervirulenter Stamm isoliert.

Abstract

Clostridium difficile infections (CDI) are increasing in incidence and severity, amongst other reasons because of the increasing spread of hypervirulent strains. Leukocytosis is a sign of severe CDI and is predictive for a complicated course. In this case report, we describe 2 patients with CDI who developed leukocytosis within a leukemoid range. In both cases high white blood cell counts returned totally to normal range under CDI therapy according to guidelines. Leukemia-related therapy patterns were not needed. Notably, in none of the patients a hypervirulent strain was isolated.

Kernaussagen

  • Inzidenz und Schwere der C. difficile-Infektionen (CDI) nehmen zu.

  • Vermehrt werden Infektionen mit hypervirulenten Stämmen des C. difficile beobachtet.

  • Die Erkrankung lässt sich in schwere und nicht schwere Verläufe unterteilen.

  • Auch nicht hypervirulente C. difficile können schwere Infektionsverläufe verursachen.

  • Schwere CDI können mit Leukozytosen von leukämieähnlichem Ausmaß einhergehen.

  • Ist die CDI mit einer Leukozytose assoziiert, spricht man von einer schweren Erkrankung.

  • Eine Leukozytose im Rahmen einer CDI hat prädiktiven Wert für einen komplizierten Verlauf der Erkrankung. Morbidität und Mortalität können erhöht sein.

  • Die Therapie der CDI richtet sich nach dem Schweregrad.

  • Selbst leukämieähnliche Hyperleukozytosen können unter adäquater CDI-Therapie rückläufig sein.

Ergänzendes Material