Pneumologie 2012; 66(07): 394
DOI: 10.1055/s-0032-1322450
Pneumo-Fokus
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Asthma bronchiale – Laminar-Airflow verbessert Lebensqualität

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Publication Date:
10 July 2012 (online)

 
 

    Trotz vieler Therapieoptionen bleibt die Kontrolle des allergischen Asthma bronchiale in vielen Fällen unvollständig. Nach ermutigenden Ergebnissen einer Pilotstudie haben R. J. Boyle et al. in einer Studie untersucht, ob eine neuartige Anlage zur Herstellung von Laminar-Airflow-Verhältnissen im Patientenschlafzimmer die Lebensqualität verbessern kann.
    Thorax 2012; 67: 215–221

    Die multinationale Phase-III-Studie unter Beteiligung von 19 europäischen pneumologischen Fachabteilungen rekrutierte 282 Patienten zwischen 7 und 70 Jahren mit unzureichend kontrolliertem allergischen Asthma bronchiale. In den Schlafräumen der Patienten wurden in intendiert doppelblind-randomisierter Weise Laminar-Airflow-Geräte installiert, die Hälfte mit inaktivem Partikelfilter und ohne Luftkühlung (Placebogruppe). Das Studienprotokoll definiert als primären Endpunkt eine deutliche Verbesserung des Mini Asthma Quality of Life Questionnaire (Mini-AQLQ) bzw. seines pädiatrischen Äquivalents. Eine Veränderung ab 0,5 Punkten ist bei diesem Test signifikant; Einschlusskriterium war ein Ausgangswert ≤ 5,5 Punkte. Weitere Endpunkte umfassten spirometrische Parameter, Werte des Stickstoffgehalts in der Ausatmungsluft (FENO) und spezifische IgE-Werte.

    Die statistischen Berechnungen der Studienplanung beziehen sich auf Patienten ≥ 12 Jahre. Hier wurde die statistische Signifikanz hinsichtlich des primären Endpunkts knapp verfehlt: Eine Besserung der Lebensqualität erreichten 74 % der Patienten mit aktivem Gerät und 60 % mit dem Placebogerät (p = 0,059). Bezogen auf die gesamte Studienpopulation war der Nutzen signifikant (p = 0,02). Dies gilt auch für die Reduktion der FENO-Werte, die in der Verumgruppe um 7,1 ppb besser ausfiel (p = 0,03). Lungenfunktionsparameter, Exazerbationshäufigkeit und Nebenwirkungen unterschieden sich in beiden Gruppen nicht. Die Autoren erklären die günstigen Effekte mit einer Verminderung von Aeroallergenen.

    Fazit

    Der Effekt des Gerätes auf die Lebensqualität und Atemwegsentzündung von Patienten mit unzureichend kontrolliertem Asthma bronchiale sei günstig und eine therapeutische Alternative für diese Patientengruppe, so die Autoren.

    Dr. Peter Pommer, Oberammergau


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