Pneumologie 2010; 64(4): 205
DOI: 10.1055/s-0030-1253279
Pneumo-Fokus

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Asthma bronchiale ‐ Genotyp, Ozonstress und Beschwerden

Further Information

Publication History

Publication Date:
07 April 2010 (online)

 
Table of Contents

Der G-308A-Polymorphismus bestimmt maßgeblich die TNF-α-Expression als Initiator von Atemwegsentzündungen. Die Assoziation zwischen genetischer Variante und den Auswirkungen von oxidativem Stress durch Ozon haben Y.-L. Lee et al. untersucht. Allergy 2009; 64: 1342–1348

Atmosphärisches Ozon führt als starkes Oxidans zu einer Freisetzung von Zytokinen und begünstigt konsekutiv Entzündungen.

Ein Forscherteam fand nun heraus, dass die Ozonbelastung in der Atemluft bei Kindern mit Asthma und TNF-308-Polymorphismus das Risiko bronchitischer Symptome reduziert. Die Childrens Health Study ermöglichte die Datenanalyse von 3593 Kindern mit kompletten genotypischen Informationen. Von 548 Kindern mit Asthma bronchiale (Durchschnittsalter 11 Jahre) hatten 234 bronchitische Symptome (42,7 %). Jungen waren häufiger betroffen. Keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit für Beschwerden hatten demografische Charakteristika, passives Rauchen und andere Umgebungsfaktoren. TNF-308G-homozygote Kinder (GG) hatten ein reduziertes Risiko für bronchitische Symptome (Odds Ratio [OR] 0,78).

Bei homozygoten Asthmatikern betrug die OR 0,81. Der Ozongehalt der Luft beinflusste den protektiven Effekt des GG-Phänotyps. Bei geringen Ozonwerten bestand eine starke Schutzfunktion, nicht aber bei einer höheren Belastung. Unter Berücksichtigung zahlreicher Faktoren, wie Alter, Geschlecht oder andere Luftbestandteile, blieben die Ergebnisse relevant. Der Unterschied zwischen hoch und gering belasteten Zonen war statistisch deutlich (OR 0,53 respektive 1,42; p = 0,01). Bei Kindern ohne Asthma bronchiale waren derartige Effekte nicht nachweisbar. Bronchitiden waren bei GGPhänotyp und unterschiedlichem Ozongehalt der Luft gleich häufig.

#

Fazit

Der TNF-308-GG-Genotyp ist mit einer schwächeren Entzündungsreaktion auf oxidativen Stress assoziiert, so die Autoren. Dies erkläre das reduzierte Risiko für bronchitische Symptome. Bei einer hohen Ozonbelastung reiche dieser Schutzeffekt offenbar nicht mehr aus. Homozygote Asthmatiker könnten von einem Umgebungswechsel an einen Ort mit geringer Ozonbelastung profitieren.

Dr. Susanne Krome, Melle