Pneumologie 2010; 64(2): 71
DOI: 10.1055/s-0030-1249426
Pneumo-Fokus

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Idiopathische Lungenfibrose - Diagnostischer Vorteil durch bronchoalveoläre Lavage

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Publication Date:
22 March 2010 (online)

 
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Die Analyse mittels bronchoalveolärer Lavage (BAL) gewonnener Flüssigkeit gehört seit 2002 laut ATS/ERS nicht mehr zu den diagnostischen Algorithmen bei der idiopathischen Lungenfibrose (ILF). S. Ohshimo et al. von der Universität Duisburg-Essen haben untersucht, ob die BAL bei der ILF-Diagnose trotzdem nützen könnte. Am J Respir Crit Care Med 2009; 179: 1043-1047

An der Studie nahmen 74 Personen (69 ± 8 Jahre) teil, die nach den ATS/ERS-Kriterien von 2002 unter ILF litten. Sechs von ihnen wären ohne BAL falsch diagnostiziert worden. Bei allen teilnehmenden Patienten waren andere Ursachen für eine interstitielle Lungenerkrankung zuvor ausgeschlossen worden. Bei den Probanden waren Atmung und Gasaustausch beeinträchtigt, im HRCT zeigten sich bibasilare retikuläre Veränderungen. Zudem trafen auf die Patienten mindestens 3 der folgenden Faktoren zu: älter als 50 Jahre, Krankheitsdauer über 3 Monate, allmählich eintretende Luftnot ohne andere Erklärung, beidseitig inspiratorisches Knisterrasseln. Die Zellzählungen zeigten, dass die Zahl der Lymphozyten in der ILF-Gruppe deutlich niedriger als in der Nicht-ILF-Gruppe waren (8 zu 57 %), dafür war die Zahl der Makrophagen signifikant höher (75 zu 27 %). Die Zahl der Granulozyten, Neutrophilen und Eosinophilen war in beiden Gruppen gleich.

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Cut-off-Level als entscheidendes Kriterium

Eine Festlegung des Cut-off-Levels auf 30 % für die Lymphozytose in BAL ergab, dass sich dadurch die ILF sehr gut von anderen Krankheitsbildern unterscheiden ließ. Die 6 Patienten, bei denen die BAL eine Lymphozytose von ? 30 % ergab, waren an nicht spezifischer interstitieller Pneumonie (3 Patienten) und extrinsischer allergischer Alveolitis (3 Patienten) erkrankt.

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Fazit

Der Einsatz der bronchoalveolären Lavage veränderte die vermutete Diagnose IPF bei 8 % der Studienteilnehmer. Die Methode bietet deshalb nach Meinung der Autoren ein zusätzliches diagnostisches Hilfsmittel.

Annett Zündorf, Jena