Rofo 2009; 181(6): 524
DOI: 10.1055/s-0029-1224817
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Mammografie - Lobuläre Karzinome stellen sich unterschiedlich dar

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Publication Date:
02 June 2009 (online)

 

Das infiltrierende lobuläre Mammakarzinom ist der zweithäufigste Brustkrebstyp und stellt in der Mammografie hohe Ansprüche an den Untersucher. Garnett et al. überprüften nun, ob sich die Charakteristika dieser Malignome in 2 verschiedenen Projektionsebenen unterscheiden. Br J Radiol 2009; 82: 20–27

Die Studie fand im Rahmen eines 3-jährigen Screening-Programms statt, an dem rund 130 000 Frauen im Alter ab 50 Jahren teilnahmen. Die Autoren identifizierten hierbei alle Fälle lobulärer Karzinome und stellten ihnen angepasste Kontrollen mit duktalen Karzinomen gegenüber. 6 Untersucher beurteilten unabhängig voneinander die entsprechenden Mammografieaufnahmen und achteten hierbei insbesondere auf Unterschiede in Form und Lokalisation zwischen der kraniokaudalen und der mediolateral obliquen Projektion. Um welchen Typ von Karzinom es sich handelte, war ihnen nicht bekannt.

59 infiltrierende lobuläre Karzinome gingen in die Analyse ein, denen die Autoren ebenso viele vom duktalen Typ gegenüberstellten. Die Untersucher stimmten gut bis mäßig überein im Hinblick auf Parenchymmuster sowie Form und Lokalisation der Läsion (k = 0,41–0,60). Sowohl lobuläre (55 %) als auch duktale Karzinome (37 %) zeigten sich dabei in der kraniokaudalen Projektion häufiger mit Spikulae als in der mediolateral obliquen. Bei 41 % der lobulären Läsionen mit Spikulae fanden sich in der mediolateral obliquen Projektion Störungen der Architektur oder asymmetrische Dichteverteilungen. In Brüsten mit dichtem Gewebe waren lobuläre und duktale Malignome in etwa gleich häufig (7 vs. 8 %), lobuläre hatten jedoch in der Mehrzahl (97 %) die gleiche Dichte wie das Drüsengewebe. Das Erscheinungsbild lobulärer Mammakarzinome unterschied sich signifikant zwischen beiden Projektionen, was auf duktale Karzinome nicht zutraf.