Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/a-2759-9585
Instrumente und ihre Namensgeber. Carl Schröder (1838–1887) und die Uterussonde nach Schröder
Authors
Während heute medizinische Therapieverfahren und Instrumente meist von größeren Teams oder Firmen entwickelt werden, war es im 19. und 20. Jahrhundert üblich, Eponyme oder Eigennamen zu verwenden: Krankheiten, Syndrome, Gerätschaften, Methoden und Verfahren wurden nach Menschen benannt, die sie (mehr oder weniger bzw. angeblich) erstbeschrieben, entdeckt bzw. entwickelt, ihre Entwicklung beeinflusst oder sie bekannt gemacht hatten [1] (Infokasten 1, [Tab. 1]). Prinzipiell können medizinische Instrumente über ihre Bezeichnung nach der Funktion (z. B. Skalpell, Schere, Klemme, Speculum) oder noch eindeutiger durch die Benennung nach dem (ärztlichen) Erfinder bzw. Namensgeber (z. B. Breisky-Spiegel, Wertheim-Klemme, Hegar-Stift) schnell und einfach identifiziert werden. Die Verwendung der Namen erleichtert die Kommunikation im Operationssaal, und kann auch in der Ausbildung helfen, Eigennamen, Instrumente bestimmten Funktionen und chirurgischen Eingriffen zuzuordnen.
Historische Bedeutung von Eigennamen
In den DGGG-Ausgaben dieser Zeitschrift werden wir in diesem Jahr jeweils ein medizinisches Instrument und dessen Namensgeber vorstellen. Meistens sind die jeweils vorgestellten Instrumentenentwicklungen nur ein kleiner Teil eines wesentlich breiter gefächerten wissenschaftlichen und operativen Lebenswerkes des Namensgebers. Auch in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe gilt: „Der Zugang zu medizinischen Antiquitäten ist schnell hergestellt, wenn man die Verwendung, die Geschichte ihrer Entwicklung und … auch die Lebensgeschichte des Konstrukteurs kennenlernt. […] Noch einfacher ist es, wenn man schon in frühester medizinischer Jugend … gelernt hat, welche Instrumente einfach ‚beim Namen‘ gerufen werden …“ [2]. Mit der Verwendung der Erfindernamen (sog. Eponyme) würdigen wir ihre Rolle in der Geschichte der Medizin und in der Entwicklung von Operations- oder Behandlungstechniken.
Publication History
Article published online:
11 February 2026
© 2026. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
-
Literatur
- 1 Wolff E. Über Eponyme und das Verteilen von Ehre in der Medizin. Schweizerische Ärztezeitung (SÄZ) 2018; 99: 1202-1203
- 2 Lübbers W, Lübbers C. “Too good to be forgotten”. HNO Nachrichten 2021; 51 (Suppl. 1) 88-89
- 3 Hauser G. wfhss Basisskriptum. Instrumentenkunde. 2009 S. 30 Accessed November 23, 2025 at: https://wfhss.com/wp-content/uploads/wfhss-training-1-07_de.pdf
- 4 Schröder C. Handbuch der Krankheiten weiblicher Geschlechtsorgane. Leipzig: F. C. W. Vogel; 1874
- 5 Schröder C. Lehrbuch für Geburtshülfe mit Einschluss der Pathologie der Schwangerschaft und des Wochenbettes. Bonn: Max Cohen & Sohn; 1870
- 6 Löhlein H. Zur Erinnerung an Carl Schröder. Rede, gehalten bei der von der Berliner Gesellschaft für Geburtshülfe und Gynäkologie zu Ehren ihres ehemaligen Präsidenten veranstalteten Gedächtnisfeier am 17. April 1887. Separatabdruck aus „Zeitschrift für Geburtshülfe und Gynäkologie, Band XIV“. Stuttgart: F. Enke; 1887
- 7 Virchow R. Verhandlungen ärztlicher Gesellschaften. Berliner medicinische Gesellschaft. Sitzung vom 9. Februar 1887. Berl Klin Wochenschr 1887; 24: 153-154
- 8 Ebert A, Pritze W, Ulrich U. Carl Schröder, die Vereinigung der Fachgesellschaften. In: Ebert AD, Weitzel HK. , Hrsg. Die Berliner Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie 1844–1994. Berlin, New York: Walter de Gruyter; 1994
