Pneumologie 2026; 80(03): 154-156
DOI: 10.1055/a-2756-3022
Pneumo-Fokus

Melatonin-Gabe senkt die Delir-Inzidenz beatmeter Intensivpatienten nicht

Authors

    Contributor(s):
  • Ulrike Brünjes

Bei Patienten der Intensivstation ist die zirkadiane Rhythmik oft gestört, was die Entstehung eines Delirs begünstigen könnte. Die Studienlage hinsichtlich des Nutzens des schlaffördernden Hormons Melatonin ist uneinheitlich. Die vorliegende multizentrische, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie ermittelt nach Melatonin-Dosisfindung bei invasiv beatmeten Intensivpatienten deren Delir-Inzidenz verglichen mit Placebo.

Fazit

Oral eingenommenes Melatonin in niedriger Dosierung (0,3 mg) führt bei invasiv beatmeten Intensivpatienten zu – verglichen mit Gesunden – physiologischeren Melatonin-Spitzen- und -Talspiegeln im Blut als die hohe Dosierung (3 mg). Gegenüber Placebo ist die enterale Applikation dieser an physiologische Spiegel angenäherten Melatonin-Dosis aber dennoch nicht mit einer geringeren Delir-Inzidenz assoziiert.



Publication History

Article published online:
05 March 2026

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