Aktuelle Kardiologie 2026; 15(01): 67-71
DOI: 10.1055/a-2754-6656
Im Fokus

Erwachsene mit angeborenem Herzfehler – Herausforderungen und Perspektiven einer lebenslangen spezialisierten Versorgung

Adults with Congenital Heart Defects – Challenges and Prospects for Lifelong Specialized Care

Authors

  • Harald Kaemmerer

    1   Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum München, Klinikum der Technischen Universität München, München, Deutschland (Ringgold ID: RIN14924)
  • Juliane Barth

    1   Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum München, Klinikum der Technischen Universität München, München, Deutschland (Ringgold ID: RIN14924)
    2   Klinik für Herzchirurgie, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Deutschland
  • Oliver Dewald

    3   Herz- und Diabeteszentrum MV, Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Klinikum Karlsburg, Karlsburg, Deutschland
  • Peter Ewert

    1   Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum München, Klinikum der Technischen Universität München, München, Deutschland (Ringgold ID: RIN14924)
  • Annika Freiberger

    1   Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum München, Klinikum der Technischen Universität München, München, Deutschland (Ringgold ID: RIN14924)
  • Frank Harig

    2   Klinik für Herzchirurgie, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Deutschland
  • Jürgen Hörer

    1   Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum München, Klinikum der Technischen Universität München, München, Deutschland (Ringgold ID: RIN14924)
  • Michael Huntgeburth

    1   Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum München, Klinikum der Technischen Universität München, München, Deutschland (Ringgold ID: RIN14924)
  • Ann-Sophie Kaemmerer-Suleiman

    2   Klinik für Herzchirurgie, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Deutschland
  • Detlef Koch

    4   Deutsche Rentenversicherung Rheinland, Düsseldorf, Deutschland
  • Fritz Mellert

    2   Klinik für Herzchirurgie, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Deutschland
  • Nicole Nagdyman

    1   Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum München, Klinikum der Technischen Universität München, München, Deutschland (Ringgold ID: RIN14924)
  • Mathieu Suleiman

    2   Klinik für Herzchirurgie, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Deutschland
  • Fabian von Scheidt

    1   Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum München, Klinikum der Technischen Universität München, München, Deutschland (Ringgold ID: RIN14924)
  • Wolfgang Wagener

    4   Deutsche Rentenversicherung Rheinland, Düsseldorf, Deutschland
  • Niko Kohls

    5   Fakultät Angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit, Hochschule Coburg, Coburg
  • Rhoia Clara Neidenbach

    6   Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft, Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport, Universität Wien, Wien, Österreich (Ringgold ID: RIN27258)
  • Christopher Huth

    7   Lehr- und Forschungsgebiet Sport- und Gesundheitsmanagement (SGM), Universität der Bundeswehr München, München, Deutschland
  • Karsten Koehler

    8   Technische Universität München, TUM School of Medicine and Health, München, Deutschland
  • Tobias Gampert

    9   Klinik für kardiologische Rehabilitation, Klinik Roderbirken, Leichlingen, Deutschland (Ringgold ID: RIN116972)

Zusammenfassung

Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH) stellen eine stetig wachsende Patientengruppe dar, deren Versorgung neue medizinische, organisatorische und sozialmedizinische Herausforderungen mit sich bringt. Während die Überlebensraten dank moderner Kinderkardiologie und Herzchirurgie deutlich gestiegen sind, bleiben Rest- und Folgezustände nahezu immer bestehen. Viele Betroffene leiden unter Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, pulmonalvaskulären Erkrankungen, Aortenerkrankungen oder psychosozialen Belastungen sowie unter kardialen und nicht kardialen Komorbiditäten.
Die differenzierte Nachsorge erfordert eine spezialisierte Expertise und eine lebenslange strukturierte Betreuung, bei der herzfehlerspezifischen Besonderheiten unbedingt Rechnung getragen werden muss. Es bestehen deutliche Unterschiede zu erworbenen Herzerkrankungen! Strukturierte Prävention, Prähabilitation und Rehabilitation müssen künftig als integrale Bestandteile einer ganzheitlichen Versorgung gewährleistet werden.

Abstract

Adults with congenital heart disease (ACHD) represent a steadily growing patient group whose care poses new medical, organizational, and socio-medical challenges. While survival rates have increased significantly thanks to modern pediatric cardiology and cardiac surgery, residual and sequelae conditions almost always remain. Many patients experience heart failure, cardiac arrhythmias, pulmonary vascular diseases, aortic diseases, or psychosocial stress, as well as cardiac and non-cardiac comorbidities.
Differentiated follow-up care requires specialized expertise and lifelong structured care, in which the specific characteristics of heart defects must be taken into account. There are significant differences compared to acquired heart diseases! Structured prevention, prehabilitation, and rehabilitation must be guaranteed as integral components of holistic care in the future.

Was ist wichtig?
  • Erwachsene mit angeborenem Herzfehler bilden eine rasch wachsende, zugleich hochheterogene Patientengruppe, deren Versorgung weit über klassische kardiologische Standards hinausgeht.

  • Trotz hervorragender Überlebensraten bleiben nahezu immer strukturelle und funktionelle Restbefunde bestehen, die lebenslange spezialisierte Betreuung erfordern.

  • Eine unzureichende Nachsorge, fehlende präventive Angebote und unklare Zuständigkeiten führen häufig zu vermeidbaren Komplikationen.

  • Entscheidend ist daher ein integrativer Ansatz aus spezialisierter Medizin, präventiven Strategien, prähabilitativen und rehabilitativen Maßnahmen sowie sozialmedizinischer Unterstützung – getragen von interdisziplinären, eng vernetzten Strukturen.



Publication History

Article published online:
11 February 2026

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