Aktuelle Kardiologie 2026; 15(01): 45-50
DOI: 10.1055/a-2747-6367
Kurzübersicht

Delegation ärztlicher Tätigkeiten – wer macht was, wer darf was?

Delegation of Medical Activities – Who Does What, Who is Allowed to Do What?

Authors

  • Herbert Arthur Zeuner

    1   Ministerial akkreditierte Institution im tertiären Bereich, ISBA – Internationale Studien- und Berufsakademie, Heidelberg, Deutschland
  • Thorsten Ebermann

    2   Geiger Nitz Partner mbB, GNP Rechtsanwälte, Grünwald, Deutschland
  • Lana Witt

    2   Geiger Nitz Partner mbB, GNP Rechtsanwälte, Grünwald, Deutschland

Zusammenfassung

Die zunehmende Arbeitsverdichtung und der anhaltende Ärztemangel stellen die kardiologische Versorgung vor große Herausforderungen. Der Physician Assistant (PA), als hochschulisch qualifizierter Gesundheitsberuf, kann durch die Übernahme delegierbarer ärztlicher Tätigkeiten einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Ärzteschaft leisten. Der Beitrag stellt das Berufsbild des PA dar, beschreibt Chancen und Herausforderungen für die Integration in die kardiologische Versorgung und beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen der Delegation. Dabei werden delegierbare und nicht delegierbare Tätigkeiten sowie Fragen der Verantwortlichkeit und Haftung diskutiert. Anhand eines Praxisbeispiels werden die theoretischen Grundlagen praxisnah illustriert.

Abstract

Increasing workloads and the ongoing shortage of physicians pose major challenges for cardiological care. As university-qualified healthcare professionals, physician assistants (PAs) can make an important contribution to reducing the workload of physicians by taking on delegable medical tasks. This article presents the job profile of a PA, describes opportunities and challenges for integration into cardiological care, and highlights the legal framework for delegation. Delegable and non-delegable tasks as well as issues of responsibility and liability are discussed. The theoretical principles are illustrated in a practical manner using a real-life example.

Was ist wichtig?
  • Physician Assistant (PA) ist ein in Deutschland junges, international etabliertes Berufsbild zur Entlastung der Ärzteschaft.

  • In der kardiologischen Versorgung übernehmen PAs standardisierte Tätigkeiten wie Anamnese, EKG oder Verlaufsdokumentationen und schaffen Freiräume für ärztliche Kernaufgaben.

  • Delegation ist rechtlich erlaubt, bleibt aber klar begrenzt: Diagnosestellung, Indikation und Therapieentscheidungen sind nicht übertragbar.

  • Ärztinnen und Ärzte tragen stets die Anordnungs- und Anleitungsverantwortung, PAs die Übernahme- und Durchführungsverantwortung – mit entsprechenden Haftungsfolgen bei Fehlern.

  • Für die Zukunft entscheidend sind eine bundesweit standardisierte Ausbildung und die Akzeptanz durch die Ärzteschaft.



Publication History

Article published online:
11 February 2026

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