Psychother Psychosom Med Psychol 2026; 76(01): 7-9
DOI: 10.1055/a-2739-8405
Editorial

Wie primär ist „primäres Endergebnis“ im Kontext psychischer Beeinträchtigung?

How primary is „primary outcome“ in mental health conditions?

Authors

  • Christoph Flückiger

    1   Abteilung Klinische Psychologie II, Institut für Psychologie, Universität Kassel, Deutschland
  • Ann-Katrin Job

    1   Abteilung Klinische Psychologie II, Institut für Psychologie, Universität Kassel, Deutschland
  • Niels Braus

    2   Department für Psychologie und Psychotherapie, Universität Witten/Herdecke

In der Planung und Durchführung von klinischen Studien wird gefordert, den Therapieerfolg mittels primärem Endergebnis/Endpunkt und sekundären Endpunkten zu definieren. Diese Unterscheidung ist mittlerweile in Forschung und Praxis omnipräsent und wird beispielsweise bei Einreichungen für Forschungsförderung, bei Ethikvoten und Präregistrierungen verlangt. Als primärer Endpunkt wird ein bestimmtes Erfolgsmaß als Hauptergebnis definiert. Beispielsweise sind dies im medizinischen Kontext die Ausheilung eines Knochenbruchs oder die Wirksamkeit einer Impfung bei einem bestimmten Virus. Als sekundäres Endergebnis werden alle anderen Maße bezeichnet. Die sorgfältige Festlegung auf einen bestimmten primären Endpunkt hat sich in vielen medizinischen Kontexten als sinnvoll erwiesen. Dies insbesondere um nicht nach Ablauf einer Studie und mit Wissen der Ergebnisse aus vielen Erfolgsmaßen genau das als relevant und primär zu bestimmen, wo sich in der Studie die größten Effekte ergeben (post hoc ergo propter hoc). Als primärer Endpunkt wird das Maß gewählt, wo die Forschenden im Voraus denken, dass die Behandlung am besten und sinnvollsten anschlägt. Damit verbunden ist die Konnotation, was als primär und sekundär relevant erscheint [1].



Publication History

Article published online:
19 January 2026

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