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DOI: 10.1055/a-2738-3496
Hausarztmedizin braucht Qualitätssicherung
Authors
Was machen wir? Wie machen wir es? Machen wir es gut bzw. was können wir verbessern? Das sind Fragen, die wir uns im Sinne der Wirksamkeit unserer Arbeit immer wieder stellen müssen. Arbeitsweisen sowie einzelne Arbeitsschritte sollten damit bewusst gemacht und konstruktiv analysiert werden. Die spezifischen Themen drehen sich einerseits um den klinisch-medizinischen Bereich, andererseits geht es um Struktur und Organisation in der Praxis und im System.
Nach Donabedian setzt sich die Qualität unserer täglichen Arbeit als Hausärztinnen und Hausärzte aus drei Ebenen zusammen: der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Mit unserer neuen Ausgabe versuchen wir wieder alle drei Qualitätsebenen zu bedienen und zur Reflexion und Weiterbildung anzuregen.
Die Strukturqualität, die sich durch die Rahmenbedingungen der Versorgung ergibt, wird diesmal durch unseren Artikel über Arbeit in der hausärztlichen Teampraxis abgebildet. Teamarbeit, egal in welcher Versorgungsstruktur im Primärversorgungsbereich, ist mittlerweile selbstverständlich, steht aber in der Fülle der klinisch-medizinischen Fortbildungsnotwendigkeiten wahrscheinlich zu selten im Fokus. Verantwortungsteilung, effiziente Kompetenznutzung und bestmögliche, standardisierte Versorgung für Patientin und Patient werden angestrebt, setzen aber funktionierende Teams sowie regelmäßig durchgeführte aktive Qualitätssicherung voraus. Großen Stellenwert haben ein respektvoller Umgang im Team, eine gute Kommunikationskultur sowie eine angemessene Entscheidungskompetenz und eine klare, transparente Arbeitszuteilung für die Teammitglieder (S. 85).
Inputs für eine möglichst standardisierte Prozessqualität für unsere diagnostischen und therapeutischen Vorgänge in der Praxis liefern die Beiträge über strukturierte Anamnese (S. 19) sowie die strukturierte Erhebung des Ernährungszustandes (S. 11). Die damit verbundene Systematik ermöglicht neben notwendiger Effizienz die Erfassung aller relevanter Aspekte unter Berücksichtigung unserer biopsychosozialen Arbeitsweise. Die Objektivität erleichtert uns das Monitoring der Patientinnen und Patienten sowie die Kommunikation innerhalb des Behandlungsnetzwerkes.
Um bestmögliche Ergebnisqualität zu erzielen, braucht es regelmäßigen klinischen Wissensinput für die tägliche Praxis. Diagnose- und Behandlungsstandards im Einklang mit dem Stand der Wissenschaft sollen die Verlässlichkeit der Hausarztmedizin garantieren. Dies soll mit unseren Artikeln zu den häufigen Problemstellungen Asthma und COPD (S. 45) sowie Adipositas (S. 69) gelingen.
Immer öfter begegnen uns in der Praxis Überlastungssyndrome, die durch die Benutzung digitaler Medien gefördert werden. Diesbezüglich bietet dieses Heft die Möglichkeit zur Weiterbildung zu Differentialdiagnostik und therapeutischen Maßnahmen der häufigsten Beratungsanlässe (S. 29).
Qualitätvolle Information zu bieten, die direkt im Praxisalltag umsetzbar ist, ist unser Anliegen als Herausgeberteam. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und sind uns sicher, dass Sie auch diesmal viel mitnehmen können!
Reingard Glehr
Publication History
Article published online:
16 February 2026
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