Nervenheilkunde 2026; 45(01/02): 31-32
DOI: 10.1055/a-2727-8488
Schwerpunkt

Psychische Gesundheit im Spannungsfeld von Geschlechterrollen

Authors

  • Eva Friedel

    1   Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, Email: eva.friedel@charite.de
  • Pichit Buspavanich

    1   Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, Email: eva.friedel@charite.de
    2   Arbeitsbereich Geschlechterforschung in der Medizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, Deutschland
    3   Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, Deutschland
  • Ingar Abels

    1   Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, Email: eva.friedel@charite.de
    4   Stellvertretende Zentrale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Charité Universitätsmedizin Berlin, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, Deutschland

“Gender is not a set of traits, nor a variable, nor a role, but the product of social doings”

Psychische Erkrankungen sind nicht nur eine Frage der Biologie, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Geschlechterrollen – mit Folgen für Diagnostik, Therapie und Versorgung. Studien zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Prävalenz, Symptomatik, Inanspruchnahme von Hilfe und dem Verlauf psychischer Störungen. So wird etwa die Diagnose Depression bei Frauen deutlich häufiger gestellt, während Männer trotz höherer Suizidraten in ihrer Symptomatik oft unzureichend erfasst werden. Auch Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird bei Mädchen bis heute seltener erkannt, da ihre Symptome häufig nicht der „klassischen“, männlich konnotierten Hyperaktivität entsprechen, sondern eher als stille Unaufmerksamkeit auftreten. Solche Befunde verdeutlichen, wie eng psychische Gesundheit mit internalisierten Geschlechterrollen verknüpft ist – ein Zusammenhang, der im Folgenden näher beleuchtet wird.

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Publication History

Article published online:
19 February 2026

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