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DOI: 10.1055/a-2727-8488
Psychische Gesundheit im Spannungsfeld von Geschlechterrollen
Authors
“Gender is not a set of traits, nor a variable, nor a role, but the product of social doings”
Psychische Erkrankungen sind nicht nur eine Frage der Biologie, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Geschlechterrollen – mit Folgen für Diagnostik, Therapie und Versorgung. Studien zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Prävalenz, Symptomatik, Inanspruchnahme von Hilfe und dem Verlauf psychischer Störungen. So wird etwa die Diagnose Depression bei Frauen deutlich häufiger gestellt, während Männer trotz höherer Suizidraten in ihrer Symptomatik oft unzureichend erfasst werden. Auch Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird bei Mädchen bis heute seltener erkannt, da ihre Symptome häufig nicht der „klassischen“, männlich konnotierten Hyperaktivität entsprechen, sondern eher als stille Unaufmerksamkeit auftreten. Solche Befunde verdeutlichen, wie eng psychische Gesundheit mit internalisierten Geschlechterrollen verknüpft ist – ein Zusammenhang, der im Folgenden näher beleuchtet wird.
Zusatzmaterial
- Zusätzliches Material finden Sie unter https://doi.org/10.1055/a-2727-8488
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Publication History
Article published online:
19 February 2026
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