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DOI: 10.1055/a-2696-9737
Schwangerschafts-Outcomes bei Typ-2-Diabetes
Clement NS, Abul A, Farrelly R et al. Pregnancy outcomes in type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis. Am J Obstet Gynecol 2024; [Epub ahead of print]. DOI:10.1016/j.ajog.2024.11.026
Typ-2-Diabetes betrifft zunehmend Menschen im jungen Alter (Early-Onset-Diabetes). Auch Schwangere sind immer häufiger davon betroffen. Der systematische Review und die Metaanalyse von Clement et al. beleuchten Schwangerschafts-Outcomes im Vergleich zwischen Schwangeren mit Typ-2-Diabetes, Typ-1-Diabetes, Gestationsdiabetes (GDM) und Schwangeren ohne Diabetes. Dafür werteten die Autor*innen 62 internationale Studien aus und zeigen, dass Schwangere mit Typ-2-Diabetes im Vergleich zu anderen Diabetesformen ein höheres Risiko für perinatale Mortalität sowie für angeborene Fehlbildungen und IUFT (intrauteriner Fruchttod) aufweisen. Das Risiko für ein LGA (large for gestational age) ist im Vergleich zu Typ-1-Diabetes geringer, jedoch höher als bei Schwangeren mit GDM und Schwangeren ohne diabetische Erkrankung. Zudem sind schwangerschaftsinduzierte Hypertonie, Präeklampsie und Sectioraten bei Typ-2-Diabetikerinnen signifikant erhöht.
Clement et al. verglichen die fetalen Outcomes ausschließlich zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Frühgeburten vor der 32. SSW traten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf, während Frühgeburten vor der 37. SSW häufiger bei Typ-1-Diabetes vorkamen. Auch Schulterdystokien und postpartale Aufnahmen auf die Kinderintensivstation wurden häufiger bei Typ-1-Diabetes beobachtet. Neugeborene von Typ-2-Diabetikerinnen haben hingegen etwas häufiger Anpassungsschwierigkeiten. Zusätzlich tritt Typ-2-Diabetes vermehrt bei Frauen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen auf; Ungleichheiten im Gesundheitssystem können die bestehenden Risiken weiter verstärken.
Schwangerschaften mit Typ-2-Diabetes sind mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind verbunden. Clement et al. vermuten, dass dies unter anderem mit der häufig begleitenden Hypertonie zusammenhängt, die die Plazentafunktion und das intrauterine Wachstum beeinträchtigen kann. Um die Ursachen klarer zu verstehen, sind weitere Studien nötig. Für Fachpersonen bedeutet dies, sich der erhöhten Risiken bewusst zu sein und betroffene Schwangere von Beginn an eng und unterstützend zu begleiten.
Helen Lacher
Publication History
Article published online:
11 February 2026
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