Hebamme 2026; 39(01): 12-13
DOI: 10.1055/a-2696-9571
Studienergebnisse
Gelesen und kommentiert

Gelesen und kommentiert: Einbeziehung der gesundheitlichen Gleichstellung von LGBTQIA+ in die Hebammenausbildung: Ein ganzheitlicher Ansatz

Authors

    Contributor(s):
  • Ebba Lindheimer

Ziel der Studie

Die Implementierungsstudie aus Aotearoa, Neuseeland befasst sich mit der Frage, wie Gleichberechtigung und Gesundheitsgerechtigkeit für Personen im LGBTQIA+-Spektrum systematisch in die Hebammenausbildung und in Weiterbildungsprogramme integriert werden können. Ausgangspunkt ist die durch internationale Forschung belegte Feststellung, dass Pflege- und Hebammenausbildungen traditionell heteronormative Perspektiven widerspiegeln. Dies kann für LGBTQIA+-Personen zu Versorgungslücken und Diskriminierungserfahrungen führen. Das Ziel der Autor*innen war, ein Modell zur Implementierung von queersensiblen Inhalten zu entwickeln und zu evaluieren, das auf der Ebene des gesamten Curriculums des Hebammenstudiengangs und nicht nur in einzelnen Modulen LGBTQIA+-Gesundheitsgerechtigkeit verankert. Damit wollen sie die kulturelle Kompetenz angehender Hebammen erhöhen und diskriminierungsfreie Versorgung fördern.

Die Autor*innen betonen, dass eine isolierte Beschäftigung mit „LGBTQIA+“-Gesundheit nicht ausreicht, solange strukturelle Ungleichheiten fortbestehen. Intersektionalität wird daher als notwendige theoretische Grundlage beschrieben, um Gesundheitsgerechtigkeit ganzheitlich und nachhaltig in der Hebammenausbildung zu verankern. Im Fall der beschriebenen Implementierung im Hebammenstudiengang in Aotearoa betrifft das neben Queersensibilität auch die Sensibilität gegenüber der Kultur der Maori und den sich daraus ergebenen Intersektionen.



Publication History

Article published online:
11 February 2026

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