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DOI: 10.1055/s-2008-1047190
Die Bedeutung der Kernspintomographie in der Diagnostik zerebraler Infektionen
The value of MRI in the diagnosis of cerebral infectionPublication History
Publication Date:
20 March 2008 (online)

Zusammenfassung
Aus einer Gesamtzahl von 1345 MR-Tomographien des Schädels wurden 49 Patientenuntersuchungen mit der Verdachtsdiagnose einer zerebralen Infektion retrospektiv ausgewertet. In Kenntnis klinischer Angaben wurden die pathologischen Veränderungen nach Lokalisation, Anzahl, Ausdehnung und Verteilung beurteilt. Die abschließenden Diagnosen umfaßten Meningitiden, Meningoenzephalitiden, Enzephalitiden und Abszesse unterschiedlicher Ätiologie. Gegenüber der Computertomographie, die bei 29 Patienten vergleichend ausgewertet werden konnte, ließ die Kernspintomographie pathologische Herdbefunde deutlich empfindlicher und zu einem früheren Zeitpunkt erfassen (Sensitivität 90 % gegenüber 66 %). Die beobachteten Änderungen der Protonendichte und der Relaxationszeiten erlauben in Kombination mit morphologischen Kriterien und klinischen Parametern häufig eine Eingrenzung der Differentialdiagnose. Allerdings entsprechen die pathologischen Gewebsveränderungen bei intrakraniellen Infektionen denen einer Entzündungsreaktion, wie sie gleichermaßen bei degenerativen oder sogar tumorösen Hirnläsionen auftreten können. Daraus erklärt sich, daß bei 12 Patienten pathologische MR-Befunde als zerebrale Infektion fehlgedeutet wurden.
Summary
Amongst 1.345 MR examinations of the skull 49 patients were suspected of a cerebral infection. With a knowledge of the clinical situation, the abnormal findings were classified according to their localization, number, extent and distribution. The final diagnoses included meningitis, meningo-encephalitis, and abscesses of varying etiology. CT was carried out in 29 patients; it was found that MRI was more sensitive and able to show the lesion at an earlier stage (sensitivity 90 % compared with 66 %). Observations of proton density and relaxation time combined with morphological criteria and clinical history reduced differential diagnoses. On the other hand, the changes due to intracranial infections lead to an inflammatory reaction that may be similar to the findings in degenerative or even tumorous cerebral lesions. This explains why twelve patients with abnormal MRI findings were erroneously diagnosed as having cerebral infections.