Zahnmedizin up2date 2009; 3(1): 55-78
DOI: 10.1055/s-2008-1039262
Zahnerhaltung, Prävention und Restauration

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Faserverstärkte Kompositbrücken

Diana Wolff, Cornelia Schach, Theresa Kraus
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Publikationsdatum:
16. Februar 2009 (online)

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Einleitung

Moderne Fasermaterialien bieten bisher nicht gekannte Möglichkeiten der minimalinvasiven Vorgehensweise. Vor allem die Versorgung von kleinen begrenzten Lücken (ein oder zwei fehlende Zähne) bei weitgehend gesunden Nachbarzähnen ist mithilfe von minimalinvasiven oder nicht invasiven faserverstärkten Kompositbrücken möglich. Geht ein Zahn verloren (Abb. [1]), kann heute durch faserverstärkte Kompositbrücken unter Beachtung der Indikationen dem Wunsch des Patienten nach einem unkomplizierten, sofortigen Zahnersatz durchaus entsprochen werden.

Abb. 1 a bis ea 65-jährige Patientin mit Zahnverlust 41 und gesunden Nachbarzähnen 31, 42. b Zum Ersatz von Zahn 41 trägt sie eine Modellgussprothese. c Modellgussprothese zum Ersatz von Zahn 41. d Der Patientin wurde eine festsitzende Versorgung in Form einer glasfaserverstärkten Kompositbrücke eingegliedert. Zur Lückenverkleinerung wurden die Zähne 42 und 31 im Sinne einer Formkorrektur mittels direkt eingebrachtem Komposit verbreitert. e Ansicht der glasfaserverstärkten Kompositbrücke von palatinal.

Faserverstärkte Komposite für die Anwendung in der Zahntechnik wurden schon in den frühen 1960ern entwickelt, um Prothesenbasen zu verstärken [[1]]. Durch intensive Weiterentwicklung wurden materialspezifische Probleme, wie der Verbund zwischen Fasern und Kompositmatrix, gelöst. Die hohe Stabilität faserverstärkter Verbundwerkstoffe wird deutlich, wenn man deren technische Anwendung im Flugzeug- und Schiffsbau betrachtet [[2]].

Anwendungsbereiche faserverstärkter Komposite

  • Verstärkung von Prothesenbasen herausnehmbarer Prothesen [[3]–[8]]

  • Verstärkung von Kompositbrücken

  • faserverstärkte Wurzelstifte

  • parodontale Verblockungen

  • kieferorthopädische Retainer

  • Reparatur von Keramikveneers