Fortschr Neurol Psychiatr 2006; 74(10): 567-574
DOI: 10.1055/s-2005-919090
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Stress und Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose

Stress and Progression in Multiple SclerosisA.  Apel1 , T.  Klauer2 , U.  K.  Zettl1
  • 1Universität Rostock, Klinik und Poliklinik für Neurologie (Direktor: Prof. Dr. Reiner Benecke)
  • 2Universität Rostock, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin (Direktor: Prof. Dr. Dr. Wolfgang Schneider)
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
02. Januar 2006 (online)

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Zusammenfassung

Zusammenhänge zwischen Stress und klinischer Manifestation der Multiplen Sklerose bzw. Krankheitsprogression werden seit langem diskutiert. Die aktuellen klinischen Studien weisen auf eine Koinzidenz zwischen Stress und Krankheitsprogression hin. In der vorliegenden Arbeit werden neben dem aktuellen Forschungsstand zum Thema verschiedene Stressmodelle vorgestellt und die Beziehungen zwischen Krankheit, Ressourcen und Coping erörtert. Dabei wird neben dem Einfluss belastender Lebensereignisse auf die Krankheit auch der Einfluss krankheitsspezifischer Charakteristika auf das Copingverhalten berücksichtigt. Aus den Ergebnissen der vorgestellten Studien und den dargestellten Stressmodellen kann geschlussfolgert werden, dass in Zukunft die Möglichkeiten stressvermeidender Interventionsprogramme stärker berücksichtigt werden sollten.

Abstract

The hypothesis that stress might be connected to causation or exacerbation of multiple sclerosis has been under discussion for a long time. The current studies indicate that there is a coincidence between stress and disease progression. Besides the state of art in research different stress models will be introduced in the paper and the relations between disease, resources and coping will be discussed. Besides the influence of distressing life events on disease, the effect of illness-related characteristics on the coping behaviour will be considered in this regard. From the results of the presented studies and the described stress models it was concluded that the possibilities of stress avoiding intervention programs should be taken into account more strongly in the future.