Fortschr Röntgenstr 2004; 176 - RK_339_2
DOI: 10.1055/s-2004-827444

CT und MRT der Nasennebenhöhlen

F Dammann 1
  • 1Universitätsklinik Tübingen, Abtlg. Radiologische Diagnostik, Tübingen

Die hochauflösende Spiral-CT gilt als Standardmethode zur Diagnostik der Nasennebenhöhlen (NNH). Die häufigsten Indikationen betreffen die chronische Sinusitis, die Tumordiagnostik und Frakturen im Rahmen eines Gesichtsschädeltraumas. Die diagnostischen Besonderheiten dieser drei Indikationsbereiche sollen im einzelnen vorgestellt werden.

Bei Frakturen des Gesichtsschädels ist die CT die genaueste diagnostische Methode. Im Kurs wird u.a. erklärt, welche Strukturen dabei für eine gezielte Operationsplanung beachtet werden müssen, welche Fallstricke koronare Rekonstruktionen auch bei Mehrzeilen-CT bieten, warum sagittale Rekonstruktionen zur Beurteilung des Orbitabodens so wichtig sind und wie 3D-Rekonstruktionen die präoperative Planung erleichtern können.

Eine besondere Bedeutung hat die NNH-CT bei der Vorbereitung zur minimal invasiven FESS bei chronischer Sinusitis. Die CT soll Veränderungen im Bereich der Schlüsselstrukturen des ostiomeatalen Komplexes zeigen und vor anatomiebedingten Komplikationsgefahren (z.B. „gefährliches“ Siebbein oder Keilbein) warnen.

Als Standard hat sich ein von Zinnreich beschriebenes Verfahren durchgesetzt, das neben axialen Aufnahmen auch koronar orientierte Dünnschichten im Bereich der ostiomeatalen Komplexes vorsieht. Die Schichtdicke sollte 0,75 bis 2mm betragen. Unter Verwendung eines Mehrzeilen-CT werden die koronaren Aufnahmen heute als Rekonstruktionen aus dem axialen Scan berechnet. Im Kurs wird geklärt, warum die NNH-CT in Niedrigdosis-Technik mit dem niedrigsten einstellbaren mAs-Wert durchgeführt werden sollte, welche Ausnahmen es dabei gibt, wann eine i.v. KM-Gabe erforderlich ist, welche Idee die FESS verfolgt und welche Checkpunkte eine systematische Befundung des NNH-CT deshalb beinhalten sollte, welche anatomischen Schlüsselstrukturen ausserdem zu beachten sind und welche Bedeutung Staging-Systeme zur Sinusitis haben.

In der MRT sind knöcherne Strukturen wegen der fehlenden Signalintensität der kalzifizierten Matrix nur eingeschränkt beurteilbar. Der Kurs zeigt, warum jedoch in der Tumordiagnostik und der Abklärung von Komplikationen maligner oder benigner Art die MRT statt der CT verwendet werden sollte und wie die MRT auch bei der Sinusitis-Diagnostik sinnvoll einzusetzen ist.

Lernziele:

  • Low-dose als Standard-Technik der NNH-CT

  • Erforderliche Ausnahmen hiervon ...

  • Erstellung und Bedeutung multiplanarer Rekonstruktionen

  • Checkliste der anatomischen Schlüsselstrukturen

  • Wann und wie MRT?