Zentralbl Gynakol 2001; 123(8): 465-468
DOI: 10.1055/s-2001-17246
Perinatalerhebung, Geburtsmedizin

J.A.Barth Verlag in Medizinverlage Heidelberg GmbH & Co.KG

Klinische Anwendung des Geburtssimulationprogrammes „Anapelvis 2.0” zur Vorhersage eines Missverhältnisses

Clinical use of the birth simulation program “Anapelvis 2.0” for prediction of feto-maternal disproportionC. Förster1 , I. Bechtold2 , F. Melchert1
  • 1 Universitäts-Frauenklinik Mannheim (Direktor: Prof. Dr. F. Melchert)
  • 2 St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus Ludwigshafen (Direktor: Dr. A. Goertz)
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Publication History

Publication Date:
18 September 2001 (online)

Zusammenfassung

Einleitung: Das Geburtssimulationssprogramm Anapelvis 2.0 wurde entwickelt, um ein cephalopelvines Missverhältnis vorhersagen zu können und so die psychisch und physisch ungünstige Situation einer sekundären Sectio caesarea zu vermeiden. - Patientinnen und Methoden: Untersucht wurden 71 Patientinnen der Universitätsfrauenklinik Mannheim im Zeitraum vom 01. 01. 1999 bis 28. 02. 2001, bei denen sich aus der Anamnese oder klinisch der Verdacht auf ein Missverhältnis ergab. Die Patientinnen wurden über die Möglichkeit der computergestützten Geburtssimulation unterrichtet und diese nach standardisiertem Schema durchgeführt. - Ergebnisse: Von den untersuchten Patientinnen folgten 87,3 % in ihrer Entscheidung für den Geburtsmodus dem Ergebnis der Geburtssimulation. Die vorliegenden Geburtsverläufe konnten in 76,1 % der auswertbaren Fälle korrekt vorhergesagt werden. - Diskussion: Auch wenn die computergestützte Geburtssimulation nicht abschließend evaluiert ist, stellt sie einen zusätzlichen Informationsgewinn für die Planung des Geburtsmodus dar, den zahlreiche Patientinnen nutzen. Entscheidend für die Akzeptanz und die Validität des Verfahrens sind eine umfassende Aufklärung der Patientin und eine exakte Erhebung der sonographischen und pelvimetrischen Messparameter.

Clinical use of the birth simulation program “Anapelvis 2.0” for prediction of feto-maternal disproportion

Summary

Introduction: The birth simulation program Anapelvis 2.0 was developped to predict feto-maternal disproportion in order to avoid the unfavourable accompanying phenomena of a secondary caesarean section. - Patients and methods: The system was used in 71 patients of the Women's Hospital of the University of Mannheim during the period 01. 01. 1999 to 28. 02. 2001. These women were prone to feto-maternal disproportion according to their obstetrical history or to clinical findings. They were informed about the possibility of a computed birth simulation which was carried out in accordance with a standardized scheme. - Results: 87.3 % of all patients followed the suggestion of the birth simulation in their decision concerning birth planning. In 76.1 % of the evaluated cases the delivery process was correctly predicted. - Discussion: Even though the computed birth simulation has not yet been finally evaluated, it represents a source of important information for birth planning which numerous patients appreciate. It is essential for the acceptance and validity of the procedure to inform the patient comprehensively and to generate exact pelvimetric and fetometric data.

Literatur

  • 1 Bechtold I, Weber G, Zieger W K, Lehmann K J, Melchert F. Erste klinische Erfahrungen mit dem Geburtssimulationsprogramm Anapelvis 2.0 an der Universitätsfrauenklinik Mannheim.  Geburtshilfe Frauenheilkd. 2000;  60 182
  • 2 Wischnik A, Nalepa E, Lehmann K J, Wentz K U, Georgi M, Melchert F. Zur Prävention des menschlichen Geburtstraumas. I. Mitteilung: Die computergestützte Simulation des Geburtsvorganges mit Hilfe der Kernspintomographie und der Finiten-Element-Analyse.  Geburtshilfe Frauenheilkd. 1993;  53 35-41
  • 3 Wischnik A, Werner T, Bohndorf K. Zur Prävention des menschlichen Geburtstraumas. II. Mitteilung: Wissensbasierte Geburtsplanung und -visualisierung mittels bildgebender Verfahren und PC-gestützter Simulation.  Geburtshilfe Frauenheilkd. 1999;  59 77-84

Dr. Claudia Förster

Universitäts-Frauenklinik Mannheim

Theodor-Kutzer-Ufer 1-3

D-68167 Mannheim