Pneumologie 1999; 53(12): 612-616
DOI: 10.1055/s-1999-9050
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Georg Thieme Verlag Stuttgart ·New York

Geographische und ökonomische Aspekte der Inhalationstherapie

P. Haidl, D. Köhler
  • Krankenhaus Kloster Grafschaft, Zentrum für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin, Schmallenberg-Grafschaft
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
31. Dezember 1999 (online)

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Einleitung

Die Inhalation von Aerosolen zu therapeutischen Zwecken ist seit der Antike bekannt und besitzt heute in der Behandlung von Atemwegserkrankungen einen zentralen Stellenwert. Der grundsätzliche Vorteil einer topischen Therapie liegt in der hohen Konzentration am erkrankten Organ bei - absolut gesehen - geringen Medikamentenmengen, die nach der Resorption in niedrigen Konzentrationen im Gesamtorganismus durch die Verdünnung anfallen [[12]].

Jährlich werden weltweit ca. 500 Millionen Inhalationssysteme hergestellt. 74 % entfallen auf Dosieraerosole. Der Ersatz der fluorierten Kohlenwasserstoffe (FCKW) als Treibmittel stellt für die Industrie eine große Herausforderung dar. Erste Produkte mit alternativen Treibgasen (HFA 134a) wurden mittlerweile auf dem deutschen Markt eingeführt. Zunehmende Marktanteile gewinnen Pulverinhalationssysteme. An dritter Stelle sind preßluftgetriebene Düsenvernebler bzw. Ultraschallvernebler zu nennen. Die weltweiten Marktanteile im Jahre 1998 im Bereich der Asthmamedikation sind den Abb. [1] u. [2] zu entnehmen.

Abb. 1Anteile der umsatzstärksten Regionen am Weltmarkt der Asthmamedikamente (oral und inhalativ) nach den IMS-Statistiken der pharmazeutischen Industrie.

Abb. 2Anteile der unterschiedlichen inhalativen Applikationssysteme und der oralen Gabe am Weltumsatz von 10,1 Mill. US $ (Quelle wie 2). MDI metered dose inhaler, DPI dry powder inhaler.