Sprache · Stimme · Gehör 2018; 42(01): 24-29
DOI: 10.1055/s-0043-118194
Schwerpunktthema
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

CI-Versorgung bei Senioren auch unter differenzialdiagnostischen Überlegungen[*]

Cochlear Implantation in Elderly Persons also under Consideration of Differential Diagnosis

Autor*innen

  • Angelika Illg

    1   Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Direktor: Prof. Prof. h.c. Dr. med. Th. Lenarz
  • Anke Lesinski-Schiedat

    1   Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Direktor: Prof. Prof. h.c. Dr. med. Th. Lenarz
  • Eva Bültmann

    2   Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, Direktor: Prof. Dr. H. Lanfermann
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
19. März 2018 (online)

Der Erfolg einer Cochlea-Implantat (CI)-Versorgung kann durch veränderte kognitive Fähigkeiten beeinträchtigt sein. Audiologische und kognitive Daten von 31 Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren wurden untersucht und mit Ergebnissen der präoperativen MRT-Bildgebung korreliert. Die audiologischen und kognitiven Daten zeigten bereits 3 Monate nach der Implantation statistisch signifikant bessere Ergebnisse als vor der CI-Versorgung. Eine Abhängigkeit zu der MRT-Bildgebung konnte nicht aufgezeigt werden.

Abstract

The outcome of cochlear implantation can be affected by cognitive abilities. Audiological and cognitive data on 31 patients ≥ 65 years of age were evaluated. All data were retrospectively compared to the routine preoperative MRI scan. Three months after first activation of the speech processor, speech comprehension and cognitive results were significantly better than preoperatively. Nevertheless, no statistical correlation was found between audiological, cognitive and MRI results.

Fazit

Ältere Patienten profitieren ähnlich wie jüngere Patienten von einer CI-Versorgung. Im höheren Lebensalter ( > 76 Jahre) verlangsamt sich die auditive und kognitive Lernkurve.

In der therapeutischen Arbeit mit älteren Senioren sind kombinierte therapeutische Maßnahmen für CI-Patienten nötig, die auditive und kognitive Prozesse gemeinsam trainieren. Präoperative Voraussagen über die spätere kognitive oder audiologische Entwicklung nach einer CI-Versorgung sind anhand der konventionellen, präoperativen MRT-Aufnahmen nicht möglich. Sensitivere MRT-Untersuchungen an älteren Probanden sind nötig, um mögliche Zusammenhänge zwischen Bildgebung, Kognition und Audition aufdecken zu können.

* Auszüge des Beitrages wurden zur 87. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V., Bonn, Mittwoch, 4. Mai, bis Samstag, 7. Mai 2016, Congress Center Düsseldorf, vorgetragen.