Gesundheitswesen 2018; 80(08/09): 823-824
DOI: 10.1055/s-0038-1667785
Beiträge am Freitag, 14.09.2018
Vorträge
Prävention in der medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Versorgung
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wege zur Sturzprävention: Kann eine technische Augmentierung eines Rollators zur Sturzprävention beitragen?

K Hochbaum
1  Gesundheit Nord Bremen, Medizinstrategie/Unternehmensentwicklung, Bremen, Deutschland
,
A Choudhury
2  Klinikum Bremen Nord, Geriatrie, Bremen, Deutschland
,
C Mandel
3  DFKI, Cyber Physical Systems, Bremen, Deutschland
,
S Autexier
4  DFKI, Ambient Assistet Living Lab, Bremen, Deutschland
,
J Budelmann
5  Budelmann Elekronik GmbH, Münster, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
03 September 2018 (online)

 

Hintergrund:

Sicheres Gehen am Rollator stellt eine Herausforderung in der Verwendung dieses Hilfsmittels dar. Wesentlich ist die korrekte Benutzung durch den Patienten. Das Projekt ModESt dient der Entwicklung eines Rollator-Moduls zur sensorgestützten Haltungs- und Gangmustererkennung und Sturzprävention. Durch die Entwicklung eines geeigneten Tools soll der Nutzer Hinweise zur Gangkorrektur erhalten. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter „KMU-innovativ“.

Methoden:

Es wird untersucht, ob durch Analyse von Abstandsmessungen zu geeigneten Punkten am Körper durch Tiefenbildkameras mittels eines mathematischen Klassifikationsalgorithmus Cluster von Haltungs- und Gangmustern gebildet werden können, die eine gute Übereinstimmung mit der Klassifikation auf Basis einer klinischen Ganganalyse zeigen. Zu diesem Zweck wurden bei 29 Personen, davon 25 geriatrischen Patienten, Bewegungsaufzeichnungen mit Tiefenbildkameras und eine klinische Ganganalyse durchgeführt.

Ergebnisse:

Die klinischen Messungen und die durch die Tiefenbildkameras erhobenen Punktanalysen zeigten eine gute Korrelation. Die durchschnittliche Klassifikationsrate lag bei 96,9% mit einem 95% Konfidenzintervall von ca. ± 3,6%. Eine Gangmustererfassung ist durch das System möglich. (Gait Cycle Classification for Wheeled Walker Users by Matching Time Series Of Distance Measurements C. Mandel, A. Choudhury, S. Autexier, K. Hochbaum, J. Budelmann, P. Wedler, RESNA 2018)

Schlussfolgerungen:

Eine Übertragbarkeit auf Messungen mit Distanzsensoren und die Entwicklung eines geeigneten Interfaces mit korrigierender Rückmeldung an den Rollatorbenutzer stellen den nächsten Schritt dar. Eine Verbesserung des Gangbildes und damit letztlich eine Sturzprävention scheint möglich. Eine weitere Einsatzmöglichkeit könnte in der Diagnostik liegen.