Thromb Haemost 1962; 07(03): 444-456
DOI: 10.1055/s-0038-1655394
Originalarbeiten — Original Articles — Travaux Originaux
Schattauer GmbH

Die Fibrinagar-Elektrophorese

2. Mitteilung: Untersuchungen zum Wirkungsmechanismus der Streptokinase
N Heimburger
1   Aus den Behringwerken AG., Marburg/Lahn (Wiss. Leiter: Prof. Dr. H. E. Schultze)
,
G Schwick
1   Aus den Behringwerken AG., Marburg/Lahn (Wiss. Leiter: Prof. Dr. H. E. Schultze)
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Publication Date:
21 June 2018 (online)

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Zusammenfassung

1. Ein hochgereinigtes Proaktivator-Plasminogen-Präparat wird in der Immuno- und Fibrinagar-Elektrophorese antigenanalytisch und funktionell charakterisiert (Abb. 1).

2. Die immunoelektrophoretische Analyse von Aktivierungsansätzen, die konstante Mengen Streptokinase und abgestufte Mengen Proaktivator-Plasminogen enthalten, läßt erkennen, daß die Streptokinase von dem Proaktivator-Plasminogen gebunden wird (Abb. 3). Da sich das Proaktivator-Plasminogen-System aus dem Komplex mit der Streptokinase durch Chromatographie an DEAE-Zellulose herauslösen läßt, ist der Prozeß reversibel.

3. Der Komplex aus Streptokinase und Proaktivator-Plasminogen ist relativ labil, da die Streptokinase von dem entstehenden Plasmin abgebaut wird (Abb. 6).

4. Auch Epsilon-Aminocapronsäure wird von Proaktivator-Plasminogen gebunden, wie man aus der veränderten Beweglichkeit des Komplexes ersehen kann (Abb. 4). Da die Epsilon-Aminocapronsäure die Streptokinase aus ihrer Bindung mit dem Proaktivator-Plasminogen verdrängt (Abb. 5), dürfte der Inhibitoreffekt auf einer Konkurrenzreaktion mit der Streptokinase beruhen.

5. Der Streptokinase-Aktivierungsmechanismus wird diskutiert.