Nuklearmedizin 1976; 15(03): 126-130
DOI: 10.1055/s-0038-1624945
Originalarbeiten — Original Articles
Schattauer GmbH

Der 57Co-Exkretions- und Resorptionstest in der Diagnose der Eisenmangelanämie

The 57Co Excretion and Resorption Test in the Diagnosis of Iron Deficiency Anemia
A. Bekier
1   Aus dem Institut für Medizinische Radiologie und Nuklearmedizin (Chefarzt: Prof. Dr. K. Hohl) und der Medizinischen Klinik C (Chefarzt: Priv.-Doz. Dr. H. J. Senn) des Kantonsspitals St. Gallen
,
E. Holdener
1   Aus dem Institut für Medizinische Radiologie und Nuklearmedizin (Chefarzt: Prof. Dr. K. Hohl) und der Medizinischen Klinik C (Chefarzt: Priv.-Doz. Dr. H. J. Senn) des Kantonsspitals St. Gallen
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Eingegangen:12 January 1976

Publication Date:
11 January 2018 (online)

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Zusammenfassung

Im Jahre 1971 beschrieben Sorbie und Mitarbeiter (16) den 57Co-Exkretionstest als eine einfache und zuverlässige Methode in der Diagnose der Eisenmangelanämie. Nach oraler Applikation von 0,5 μCi 57Co (20 μmol CoCl2) fanden die Autoren eine renale Ausscheidung der Testdosis von 31% im 24-Stunden-Urin bei Eisenmangelanämien gegenüber 18% bei gesunden Kontrollpersonen.

In den Jahren 1972—1974 führten wir diesen Test bei 29 Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Anämien sowie bei 10 gesunden Kontrollpersonen durch. Neben der renalen Ausscheidung von 57Cobalt haben wir zusätzlich die Serumaktivität 1, 2, 3, 7, 11 und 24 Stunden nach der Applikation der Testdosis gemessen. Sowohl bei den gesunden Kontrollpersonen als auch bei allen Anämieformen fanden wir das Aktivitätsmaximum im Serum 3 Stunden p.c., danach nahm die Aktivität langsam ab. Die 3-Stunden-Serumaktivität (57Co-Resorptionstest) war bei den Patienten mit einer Eisenmangelanämie mit durchschnittlich 5,53 %/L Serum gegenüber der Kontrollgruppe (1,92 %/L) signifikant erhöht (p < 0,01). Auch bei den renalen, Tumor- und Infektanämien konnten wir eine „normale” 3-Stunden-Serum-aktivität von durchschnittlich 1,20 %/L feststellen (p < 0,01).

Im Gegensatz zu den Resultaten von Sorbie und Mitarbeiter erwies sich die Messung der 57Co-Ausschei-dung im 24-Stunden-Urin als ein wenig zuverlässiger Test. Bei den Patienten mit einer Eisenmangelanämie konnten wir zwar eine leicht erhöhte renale Ausscheidung von 31,6 % der Dosis gegenüber 25,3 % bei gesunden Kontrollpersonen feststellen. Die Streubreite der einzelnen Meßwerte war jedoch hoch und die statistische Signifikanz der Eisenmangelanämie gegenüber der gesunden Kontrollgruppe mit p > 0,05 schlecht.

1971 Sorbie et al. described a simple 57Co-excretion test (16) as an aid in the diagnosis of iron deficiency anemia.

The authors found that renal excretion of a tracer dosis of 0,5 μCi 57CoCl2 was significantly elevated in patients with iron deficiency anemia (31% of the administered dose in 24 hours’ urine) as compared with the controls (18 %).

Between 1972—1974 we performed the 57Co-excretion test in 29 patients with different kind of anemia and in 10 healthy volunteers.

The test was modified by measurement of the serum activity 1, 2, 3, 7, 11 and 24 hours after the oral administration of the test dosis.

In all anemias as well as in the control group we found the maximum of serum activity three hours after the oral administration of the tracer. The three hours serum activity was elevated only in patients with iron deficiency anemia (5,53 %/ l serum) as compared with the control group (1,92%/l) and renal, tumor and infectious anemia (1,20%/l). p <C 0,01.

The 57Co excretion was moderately elevated in most of the patients with iron deficiency anemi (average 31,5% 57Co-activity in 24 hours’ urine) in comparison to the healthy controls (averag 25,30%).

Contrary to the results obtained by Sorbie et al. we found a wide range of fluctuation of the Co-excretion test in each group of patients with a poo statistical significance of p > 0,05.