Zusammenfassung
Ein Schlaganfall kann neben den direkten neurologischen Defiziten mit einer Reihe von Komplikationen assoziiert sein, epileptische Anfälle und Epilepsien sind als klinisch alltagsrelevant hervorzuheben. Wenn ein erster epileptischer Anfall innerhalb von sieben Tagen nach Schlaganfall auftritt, spricht man definitionsgemäß von einem akut-symptomatischen Anfall, der durch die akuten periläsionellen metabolischen und neuronal-exzitatorischen Veränderungen verursacht wird. Die Inzidenz von akut-symptomatischen Anfällen nach Schlaganfall beträgt etwa 5%, Risikofaktoren sind die Größe, eine kortikale Beteiligung und ein primär hämorrhagischer Infarkt. In der Regel wird eine sekundär prophylaktische Behandlung mit Substanzen wie Levetiracetam oder Valproat für die Dauer von drei Monaten empfohlen, ein mittel- und langfristig relevant erhöhtes Rezidivrisiko besteht nicht. Tritt ein erster epileptischer Anfall mehr als sieben Tage nach Schlaganfall auf, so ist dies ein unprovozierter Anfall, diese Konstellation definiert eine Epilepsie. Wegen des langfristig erhöhten Rezidivrisikos besteht eine Indikation zur dauerhaften antiepileptischen sekundär prophylaktischen Behandlung. Leitliniengerechte Mittel der Wahl bei fokalen Epilepsien sind Lamotrigin und Levetiracetam.
Summary
Beyond inherent neurological deficits, stroke may be associated with a plethora of complications, epileptic seizures and epilepsy have to be emphasized due to their everyday clinical relevance. If a first post-stroke seizure manifests within the first seven days, this accounts for an acute-symptomatic seizure which is caused by acute perilesional metabolic and neuronal-excitatory disturbances. Incidence of acute-symptomatic post-stroke seizures is approximately 5%, risk factors comprise size, cortical involvement, and primary hemorrhagic stroke. In general, secondary prophylactic treatment with substances such as levetiracetam or valproic acid is recommended. Duration of treatment should not exceed three months, as there is no medium- or long-term increased recurrence risk. A first seizure occurring more than seven days after stroke is unprovoked, this constellation defines epilepsy. Due to long-term increased recurrence risk, antiepileptic secondary prophylaxis is recommended. Guideline-conform substances for treatment of partial epilepsies are lamotrigine and levetiracetam.
Schlüsselwörter
Akut-symptomatischer Anfall - primäre Prophylaxe - Rezidivrisiko - sekundäre Prophylaxe - unprovozierter Anfall
Keywords
Acute-symptomatic seizure - primary prophylaxis - recurrence risk - secondary prophylaxis - unprovoked seizure