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DOI: 10.1055/s-0036-1586348
Gelenkerhaltende Umstellung bei OSG-Arthrose
Fragestellung: Obwohl sowohl die OSG-TEP als auch die OSG-Arthrodese bei der schmerzhaften Arthrose im Endstadium gute mittelfristige Resultate erreichen kann, sind durch TEP-Lockerung bzw. Anschlussarthrosen bei der Fusion die Langzeitergebnisse limitiert.
Daher sollte in einer prospektiven Studie evaluiert werden, ob sich bei zur OSG-TEP/OSG-Arthrodese zugewiesenen Pat. mittelfristig eine gelenkerhaltende Vorgehensweise lohnt.
Methoden: Indikation:
Exzentrische OSG-Arthrose (Kellgren 3 – 4) mit coronarem Malalignement.
Zeitraum: 2004 – 2014
Klientel: 401 Patienten
Alter: 54 Jahre (17 – 85)
Seite: 234 x re./167 x li.
Deformität/Tilt: 291 Varus-, 110 Valgus-Arthrosen
OP-Technik:
supramalleolare open/closed-wedge-Osteotomie der Tibia/der Fibula
winkelstabile Osteosynthese, autologes oder allogenes Graft als Interponat
Untersuchung: 401 Pat. (100%) nach 6/12 Wochen
Untersuchung: 377 Pat. (94%) nach follow-up: 34 Mon. (12 – 114).
Ergebnisse:
Komplikation (n = 401):
1/401 (0,2%) tiefer Wundinfekt (Revision) bei Pat. mit Diab. mell.
4/401 (1,2%) Wundrandnekrose mit operativer Revision
1/401 (0,2%) EDL-Sehnenläsion
1/401 (0,2%) N. peron. spf.-Entrapment
Konsolidierungsrate (n = 377):
363/377 (96,2%) Konsolidierung nach 12 Wochen radiologisch erfolgt,
7/377 (1,9%) nach 6 Monaten radiologisch konsolidiert (delayed-union)
7/377 (1,9%) non-union mit Revision (Spongiosaplastik, Re-Osteosynthese)
Arthrosegraduierung (n = 377):
259/377 (68,7%) Besserung
89/377 (23,6%) Unverändert
29/377 (7,7%) Verschlechterung
Nach im Mittel 34 Monaten waren 338/377 (89,7%) Pat. zufrieden und gaben auf die Frage ob sie die OP wiederholen würden ein „Ja“ an.
39 Pat. (10,3%) waren unzufrieden. Davon beklagten 18 die schlechte Funktion (fehlende Dorsalextension) und 21 Pat. die zu geringe Schmerzreduktion. Von letzteren erhielten 17 Pat. (4,5%) im Untersuchungszeitraum eine Konversion zur OSG-TEP und 4 Pat. (1,1%) eine Arthrodese.
Der präoperative VAS (Schmerz) sank von im Mittel 6,9 auf den postoperativen VAS-Wert von im Mittel 3,5 und der AOFAS-Score stieg von im Mittel 38 Pkt. (präop.) auf 82 Pkt.
Schlussfolgerungen: Die supramalleolare Umstellung ist ein effektives und komplikationsarmes gelenkerhaltendes Verfahren bei frühen und mittleren Arthrose-Stadien, insofern präop. eine gute OSG-Funktion besteht. Die Konversionsrate zur TEP/Fusion ist mittelfristig gering und wird durch die Korrektur der Fehlstellung technisch sogar erleichtert.