Fortschr Röntgenstr 2016; 188 - RK325_3
DOI: 10.1055/s-0036-1581740

Formen der Mikroangiopathie

J Linn 1
  • 1Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Neuroradiologie, Dresden

Kurzfassung:

Als zerebrale Mikroangiopathien werden Erkrankungen bezeichnet, deren gemeinsames Charakteristikum pathologische Veränderungen der kleinen Hirngefäße sind. Erworbene, sogenannte sporadische Formen, wie die hypertensive Mikroangiopathie bzw. Arteriolosklerose oder die zerebrale Amyloidangiopathie stellen sehr häufige Erkrankungen des höheren Lebensalters dar. Die hereditären Mikroangiopathien dagegen sind selten und betreffen zum Teil nur einzelne Familien. Mikroangiopathische Gefäßwandveränderungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt weder mit schnittbildgebenden Verfahren noch mittels Katheterangiografie direkt darstellen, da die betroffenen Gefäße unterhalb der Auflösungsgrenze dieser Verfahren liegen. Die Erkrankungen werden daher in vivo indirekt durch die von ihnen verursachten Parenchymläsionen, die als Surrogatmarker der Erkrankungen fungieren, diagnostiziert. Diese können sowohl ischämischer oder hämorrhagischer Natur sein und sind am besten mittels Magnetresonaztomografie (MRT) nachweisbar. Ihre Morphologie, Konfiguration und Lage erklärt sich durch die Anatomie der jeweils betroffenen Hirngefäße, das heißt deren Größe, Form, Verlauf und Versorgungsgebiet. Im ersten Teil des Vortrags werden diese charakteristischen mikroangiopathischen MRT-Läsionen vorgestellt, im Anschluss wird auf die wichtigsten Erkrankungen im Einzelnen näher eingegangen.

Lernziele:

MRT-Charakteristika ischämischer und hämorrhagischer mikroangiopathischer Läsionen

– frische und alte lakunäre Infarkte
– mikroangiopathische Marklagerläsionen
– zerebrale Mikroblutungen
– erweiterte perivaskuläre Räume
– fokale Subarachnoidalblutungen
– kortikale superfizielle Siderose
– Wichtige Formen zerebraler Mikroangiopathien
– Hypertensive Mikroangiopathie bzw. Arteriolosklerose
– Zerebrale Amyloidangiopathie
– Cerebral Autosomal Dominant Arteriopathy with Subcortical Infarcts and Leukencephalopathy
– COL-4A1-assoziierte zerebrale Mikroangiopathien