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DOI: 10.1055/s-0035-1555292
Untersuchungen zur diagnostischen Wertigkeit von Calprotectin bei Patienten mit Reizdarm
Einleitung: Erste Arbeiten weisen auf eine hohe Sensitivität von fäkalem Calprotectin bei Patienten mit kolorektalem Karzinom und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen hin.
Ziele: Im Rahmen einer prospektiven Studie sollte der negative prädiktive Vorhersagewert von Calprotectin im Stuhl im Rahmen einer Reizdarmabklärung evaluiert werden.
Methodik: 100 Patienten, die sich zur Abklärung unklarer abdomineller Beschwerden in einer gastroenterolgischen Ambulanz vorstellten, wurden prospektiv mittels bildgebeneder (Endoskopie, Röntgen-Sellink) und laborchemischer (CRP, BB, BSG, Atemtest etc.) Untersuchungen abgeklärt. Calprotectin im Stuhl wurde mittels eines kommerziellen ELISA-Test bestimmt.
Ergebnis: Bei 62 Patienten (Calprotectinwerte: Mittelwert (MW)=333mg/ml, Minimalwert (Min)=31,8mg/ml, Maximalwert (Max)=1940mg/ml, Median=167,9mg/ml) mit pathologisch erhöhtem Calprotectin im Stuhl (normal <20mg/ml) fand sich ein organisches Korrelat (Colitis ulcerosa=21 Patienten, Morbus Crohn=38 Patienten, Antibiotika-assoziierte Colitis=1 Patient, Polyposis coli=1 Patient und metastasiertes Colonkarzinom=1 Patient). Bei 38 Patienten (Calprotectinwerte: MW=6,4mg/ml, Min=0,1mg/ml, Max 36,9mg/ml, Med=3,8mg/ml)ließ sich keine organische Ursache nachweisen. 8 dieserPatienten zeigten sich eine Laktosemalabsorption Die Odds Ratio für ein Reizdarmsyndrom mit positiven ROM-Kriterien lag bei 1825, das 95% KI bei [390,8548]. Der negative prädiktive Wert der Calprotectinbestimmung lag somit bei 94,7%.
Schlussfolgerungen: Die hohe Sensitivität erhöhter Calprotectinwerte im Stuhl macht diesen Parameter zu einem idealen Screeningwert intestinaler Erkrankungen im Stuhl und ebenso ist unter Zuhilfenahme der ROM-Kriterien ein hoher prädiktiver Aussagewert in der Abklärung des Reizdarmsyndroms zu erzielen.