Gefäßmedizin Scan - Zeitschrift für Angiologie, Gefäßchirurgie, diagnostische und interventionelle Radiologie 2015; 02(02): 139-158
DOI: 10.1055/s-0034-1391946
Fortbildung
Viszerale Arterien
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Operative und endovaskuläre Therapien bei Verschlussprozessen der Mesenterialarterien

A. Mamopoulos
,
V. von Lilien-Waldau
,
A. Touloumtzidis
,
B. L. P. Luther
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
20. Mai 2015 (online)

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Fazit

Intestinale Durchblutungsstörungen sind aufgrund ihrer hohen Mortalität eine wichtige Differenzialdiagnose bei abdominalen Schmerzen. Die wesentliche Ursache ist die progrediente Arteriosklerose der A. mesenterica superior und des Truncus coeliacus. Diagnostisch ist die rekonstruierte CTA die Methode der Wahl. Die klassische Katheterangiografie bleibt therapeutischen Intentionen vorbehalten. Die Duplexsonografie dient dem prä- und postoperativen Screening. Behandlungsindikationen ergeben sich vor allem in symptomatischen Erkrankungsstadien. Die offen-chirurgischen Verfahren sind standardisiert und sollten eine Operationsletalität unter 3 % sicherstellen. Eine 2-Gefäß-Rekonstruktion ist anzustreben. Am günstigsten sind antegrade suprazöliakale Rekonstruktionsverfahren. Unter septischen Bedingungen sind autologe Techniken anzuwenden. Die wesentliche Komplikation aller Rekonstruktionsversuche an den Intestinalarterien stellt die enterale Ischämie dar. Die endovaskuläre Behandlung der Viszeralarterien ist eine gut etablierte Methode mit einer hohen primären Erfolgsrate bei geringer Morbidität. Wegen der schlechteren Langzeitergebnisse müssen aber weitere Qualitätsverbesserungen, insbesondere bei der Nachsorge, gefordert werden. Im aktuellen Vergleich ist die klinische Verbesserung 2,4-mal wahrscheinlicher, die primäre Offenheit nach 5 Jahren 3,8-mal höher und die Beschwerdefreiheit nach 5 Jahren 4,4-mal höher nach offen-chirurgischer Behandlung. Die Mortalität ist dagegen in beiden Gruppen vergleichbar. Bei Rezidivverschlussprozessen ist ein Verfahrenswechsel die Methode der Wahl.