Fortschr Röntgenstr 2013; 185 - WI_PO49
DOI: 10.1055/s-0033-1346646

Diagnostische Wertigkeit von knöchernen Hemithoraxaufnahmen bei Bagatelltrauma des Thorax

M Haimerl 1, P Hoffstetter 1, M Wagner 1, S Schleder 1, P Wiggermann 1, C Dornia 1, C Stroszczynski 1, AG Schreyer 1
  • 1Universitätsklinikum Regensburg, Institut für Röntgendiagnostik, Regensburg

Ziele: Röntgenaufnahmen des knöchernen Hemithorax stellen eine häufig durchgeführte Untersuchung zur Abklärung eines Verdachtes auf Rippenfraktur nach stumpfem Thoraxtrauma dar. Ziel dieser Arbeit war die Überprüfung des diagnostischen Wertes der konventionellen Hemithoraxaufnahme bei Patienten mit stumpfem Thoraxtrauma. Methode: In dieser retrospektiven Auswertung erhielten 56 Patienten nach stumpfem Thoraxtrauma, eine knöcherne Hemithoraxaufnahme und 39 Patienten zusätzlich eine konventionelle Thoraxübersichtsaufnahme. Bei allen Patienten wurde eine CT- Thorax durchgeführt (Goldstandard) und alle Untersuchungen wurden von drei unabhängigen Radiologen ausgewertet. Für alle Modalitäten wurden Sensitivität und Spezifität sowie negativer und positiver prädiktiver Wert berechnet. Zur Bestimmung des Signifikanzniveaus wurde der McNemar-Test angewendet, die Interobserver-Reliabilität wurde mittels Cohens-Kappa-Test analysiert. Ergebnis: Insgesamt wurden 56 Patienten (34 Männer und 22 Frauen) untersucht. Das mittlere Alter betrug 61 Jahre (24 – 87 Jahre). In der CT konnte bei 22 Patienten eine Fraktur von einer oder mehrerer Rippen festgestellt werden; dies konnte bei 18 von 22 (82%) Patienten in der Hemithoraxaufnahme bestätigt werden. In 16 von 22 (73%) Fällen stimmte dabei die Anzahl der frakturierten Rippen überein. Die Spezifität der Hemithoraxaufnahmen betrug 100%, der negative und positive prädiktive Wert lag bei 85% bzw. 100%. Es zeigte sich eine hohe Interobserver-Übereinstimmung mit Kappa-Werten zwischen 0,92 und 0,96. Die Sensitivität der Hemithoraxaufnahme war mit 46% deutlich niedriger als die der CT (p = 0,008). Die Unterschiede zwischen Hemithoraxaufnahme und Thoraxübersichtsaufnahme waren nicht signifikant (p = 0,063). Schlussfolgerung: Die knöcherne Hemithoraxaufnahme zur Diagnostik möglicher Rippenfrakturen zeigt eine niedrigere Sensitivität als die Computertomografie. Die konventionelle Technik liefert jedoch eine hohe Spezifität und eine hohe Interobserver-Übereinstimmung.

Korrespondierender Autor: Haimerl M

Universitätsklinikum Regensburg, Institut für Röntgendiagnostik, Franz- Josef- Strauß- Allee 11, 93053 Regensburg

E-Mail: michael.haimerl@ukr.de