Rofo 2013; 185 - RK202_4
DOI: 10.1055/s-0033-1345909

Thorakale Tumoren bei Kindern

JD Moritz 1
  • 1Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für diagnostische Radiologie, Pädiatrische Radiologie und Sonografie, Kiel

Meist handelt es sich bei den thorakalen Tumoren um Mediastinaltumoren. Für die Differenzialdiagnose spielt neben Form, Dichte, Struktur und Begrenzung vor allem die Lokalisation der Tumoren eine entscheidende Rolle. Weitere Kriterien sind assoziierte knöcherne Fehlbildungen oder Defekte sowie intratumorale Verkalkungen. Tumoren im vorderen Mediastinum sind Teratome sowie Thymome und Thymuszysten. Differenzialdiagnostisch abzugrenzen ist der normale Thymus, der bei Neugeborenen und Säuglingen noch relativ groß sein kann. Die häufigste Tumorentität im mittleren Mediastinum ist das Lymphom, das eine charakteristische Schornsteinfigur aufweisen kann. Im hinteren Mediastinum findet sich am häufigsten das vom hinteren Grenzstrang ausgehende Neuroblastom. Durch die mediastinalen Tumoren können Trachea und Ösophagus komprimiert werden. Auch Fehlbildungen wie Lymphangiome, paratracheale und bronchogene Zysten oder enterale Duplikationszysten können sich als Mediastinaltumoren darstellen.

Bei 75% der Lungentumoren handelt es sich im Kindesalter um Metastasen, primäre Lungentumoren sind dagegen selten. Die ebenfalls seltenen Pleuratumoren werden in der Regel aus Metastasen gebildet. Etwa 2/3 der Thoraxwandtumoren sind maligne, in 50% handelt es sich dabei um Ewingsarkome, die mit knöchernen Destruktionen einhergehen. PNET-Tumoren imponieren durch besonders große Tumoren. Rhabdomyosarkome neigen zu einem Vorwachsen nach intrathorakal.

Die primäre Diagnostik erfolgt durch Röntgenaufnahmen des Thorax in 2 Ebenen. Wichtige zusätzliche Informationen sind durch die Sonografie zu erhalten. Die weitere Diagnostik erfolgt durch die MRT. Bei intrapulmonalen Prozessen wird auch die CT durchgeführt.

Lernziele:

  • Kennenlernen der verschiedenen thorakalen Tumoren bei Kindern

  • Erlernen der differenzialdiagnostischen Kriterien

  • Kenntnis vom diagnostischen Vorgehen

  • Erlernen der typischen bildgebenden Befunde der thorakalen Tumoren

Korrespondierender Autor: Moritz JD

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für diagnostische Radiologie, Pädiatrische Radiologie und Sonografie, Schwanenweg 20, 24105 Kiel

E-Mail: joerg.d.moritz@rad.uni-kiel.de