Gesundheitswesen 2013; 75(10): e149-e155
DOI: 10.1055/s-0032-1331785
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Was Medizinstudierende wollen – Einschätzung ärztlicher Stellenanzeigen durch angehende Ärztinnen und Ärzte der Humanmedizin

What Medical Students Want – Evaluation of Medical Recruitment Ads by Future Physicians
T. Renkawitz
1   Orthopädische Universitätsklinik Regensburg, Asklepios Klinikum Bad Abbach
,
T. Schuster
2   Institut für Medizinische Statistik und Epidemiologie, Klinikum rechts der Isar der TU München
,
A. Benditz
1   Orthopädische Universitätsklinik Regensburg, Asklepios Klinikum Bad Abbach
,
B. Craiovan
1   Orthopädische Universitätsklinik Regensburg, Asklepios Klinikum Bad Abbach
,
J. Grifka
1   Orthopädische Universitätsklinik Regensburg, Asklepios Klinikum Bad Abbach
,
P. Lechler
1   Orthopädische Universitätsklinik Regensburg, Asklepios Klinikum Bad Abbach
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Publication History

Publication Date:
04 March 2013 (online)

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Zusammenfassung

Zielsetzung:

Drei Viertel aller Krankenhäuser in Deutschland haben mittlerweile Probleme, offene Arztstellen zu besetzen. Die ärztliche Stellenanzeige ist ein entscheidendes Instrument des Personalmarketing und zugleich Image-bildendes Medium mit hoher Außenwirkung. Die vorliegende Studie untersucht die Wichtigkeit von Angaben und Angeboten in ärztlichen Stellenanzeigen auf die potenielle Bewerbungsentscheidung von Medizinstudierenden.

Methodik:

Insgesamt 184 zukünftige Ärztinnen und Ärzte klinischer Semester nahmen freiwillig im Rahmen einer Querschnittsstudie an einer anonymen Befragung teil. Mittels eines standardisierten Fragebogens wurde die Wichtigkeit von 49 Einzelitems aus Stellenanzeigen für Berufsanfänger mithilfe einer 4-stufigen LIKERT-Skala bewertet. Abschließend priorisierten die Studienteilnehmer ihre Gründen für eine Klinikbewerbung.

Ergebnisse:

Wesentlichen Einfluss auf die Bewerbungsentscheidung hatten Angebote/Informationen in Bezug auf Fort- und Weiterbildungs­aspekte und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bezahlung nach Ärztetarif und Dienst­belastung spielten eine wichtige Rolle bei der Bewerbungsmotivation. Zusatzverdienste durch Notarzt- und gutachterliche Tätigkeit sowie Hilfe bei der Wohnungsvermittlung, dem Umzug und/oder die Übernahme von Vorstellungskosten durch den Arbeitgeber waren weniger von ausschlaggebender Bedeutung. In der Priorisierung entscheidender Gründen bei der Auswahl eines zukünftigen Arbeitgebers hatten „geregelte Arbeitszeiten“, ein „individuell festgelegtes Ausbildungskonzept“ und „familienattraktive Regelungen“ die höchste Priorität. Der „Möglichkeit zur wissenschaftlichen Arbeit“ wurde nur eine geringe Bedeutsamkeit zugemessen.

Schlussfolgerungen:

Hohe Wichtigkeit für die Bewerbungsentscheidung von Medizinstudierenden auf eine ärztliche Stellenanzeige haben persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und Aspekte, die zum Einklang zwischen Arbeit und Familie/Privatleben beitragen.

Abstract

Objective:

Three-quarters of all hospitals in Germany are now struggling to fill open positions for doctors. The medical job ad is a vital tool for human resources marketing and an important image factor. The present study examines the importance of information and offers in medical recruitment ads on application decisions by medical students.

Method:

A total of 184 future physicians from clinical semesters participated voluntarily in an anonymous cross-sectional survey. Using a standardised questionnaire, the importance of 49 ­individual items extracted from medical recruitment ads were rated with the help of a 4-point Likert Scale. Finally, the study participants ­prioritised their reasons for an application as a physician.

Results:

Primary influence on the application decision on medical recruitment ads by medical students had offers/information in relation to education and training aspects and work-life balance. Payment rates for physicians and work load played an important role for the application motivation. Additional earnings for, e. g., emergency calls, providing of medical expertise and assistance with housing, relocation and reimbursement of interview expenses were less crucial. In prioritising key reasons for selecting a prospective employer “regular working hours,” an “individual training concept” and an “attractive work-life balance” scored the highest priority. The “opportunity for scientific work” was assigned only a small significance.

Conclusion:

High importance for the application decision by future physicians on medical recruitment ads is placed on jobs with an opportunity for personal development and aspects that contribute to work-life balance.

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