Zusammenfassung
Die therapeutische Apherese (TA) wurde erstmals im Jahr 1914 für die Trennung
des Plasmas von Erythrozyten (Plasmapherese) beschrieben. Im Jahr 1959
erfolgte der 1. Einsatz beim Menschen im Rahmen der Behandlung einer
Paraproteinämie (Morbus Waldenström). Die Depletion von Leukämiezellen bei
chronisch myeloischer Leukämie (CML) und chronisch lymphatischer Leukämie
(CLL) gehörte ebenso zu den frühen Indikationen der TA. Als weitere
Indikationen für die therapeutische Zelldepletion gelten die schwere
Polyzythämie oder Thrombozythämie bei myeloproliferativen Erkrankungen, die
gegenüber Medikamenten therapierefraktär und für den Patienten symptomatisch
sind. Der Erythrozytenaustausch wird hingegen bei Erkrankungen der
Erythrozyten, z. B. bei schweren Verlaufsformen der Malaria oder der
Sichelzellanämien eingesetzt. Entsprechend den aktuell gültigen,
international anerkannten ASFA-Guidelines werden als
Kategorie-I-Indikationen diejenigen Erkrankungen beschrieben, für die TA als
Erstlinienbehandlung anerkannt ist und dabei entweder als alleinige Therapie
oder in Verbindung mit anderen Behandlungsmodalitäten durchgeführt wird.
Technisch wird zwischen selektiven und nicht selektiven Verfahren der TA
unterschieden. Selektive Verfahren können spezielle Proteine (z. B.
Immunglobuline) durch Säulentechnik gezielt unter Verwendung spezieller
immunologischer oder physikochemischer Verfahren entfernen, während nicht
selektive Verfahren (z. B. Plasmaaustausch, Zelldepletion) auch gesunde
Blutkomponenten während der TA entfernen, die anschließend wieder
substituiert werden müssen. Grundsätzlich muss der Patient vor einer TA über
Wirkung, Nebenwirkungen (z. B. Zitratreaktion) und mögliche
Behandlungsalternativen aufgeklärt werden.
Key words
therapeutische Apherese - selektive und nicht selektive Verfahren - Sekundärtrennsysteme - therapeutischer Plasmaaustausch - Zelldepletion