Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/s-0032-1321763
Zufriedenheit mit der zahnärztlichen Versorgung aus Perspektive der Patienten – Der Zahn-ZAP-V1
Satisfaction with Dental Care from the Patient’s Perspective – The Dental-ZAP-V1Publication History
Publication Date:
16 October 2012 (online)


Zusammenfassung
Ziel der Studie:
Die meisten in der zahnärztlichen Versorgung praktizierten Qualitätsmanagement- bzw. Zertifizierungsverfahren beinhalten auch die Erfassung von Prozesszufriedenheit aus Patientensicht. Der ZAP-Fragebogen ist ein validiertes Befragungsinstrument zur Erhebung der Patientenzufriedenheit in der ambulanten allgemein- und fachärztlichen Versorgung. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die Überprüfung der psychometrischen Eigenschaften des ZAP auch in der ambulanten zahnärztlichen Versorgung.
Methodik:
Eingesetzt wurde eine für die Belange der ambulanten zahnärztlichen Versorgung minimal modifizierte Fassung des ZAP, die in der Testversion die 4 Dimensionen beinhaltet: „Praxisorganisation“ „Kooperation“, „Interaktion“ und „Information“. Dieser Fragebogen wurde in einer als mündlichem Interview durchgeführten Befragung an einer bevölkerungsbezogenen Stichprobe eingesetzt. Zur psychometrischen Überprüfung wurde die Ausgangsstichprobe in 2 gleich große Zufallsstichproben aufgeteilt. Anhand der ersten Teilstichprobe wurde eine orientierende Prüfung der Konstruktvalidität mittels explorativer Faktorenanalyse (EFA) durchgeführt. Die Struktur wurde anschließend mit der konfirmatorischen Faktorenanalyse (KFA) auf der Basis der Daten der zweiten Teilstichprobe überprüft (Konstruktvalidität). Die weitere psychometrische Prüfung umfasste Analysen zur konvergenten Validität sowie zur Reliabilität (Interne Konsistenz, Cronbach’s alpha).
Ergebnisse:
Die Stichprobe umfasst 1 773 erwachsene Personen, die mindestens einmal in zahnärztlicher Behandlung gewesen sind (Durchschnittliches Alter: 50 Jahre, 51,6% Frauen). Anhand der EFA konnten die Skalen „Praxisorganisation“, „Interaktion“ und „Information“ eindeutig identifiziert werden, nicht jedoch die Skala „Kooperation“. Infolgedessen und aus inhaltlichen Erwägungen wurden die Items dieser Skala von den weiteren Auswertung ausgeschlossen. Die Schwierigkeit der verbliebenen Items liegt im Mittel bei 0,75. Die Trennschärfekoeffizienten liegen alle über 0,40. Der Anteil fehlender Werte liegt zwischen 2,3% und 28,7%. Die Reliabilität der Subskalen bewegt sich zwischen 0,79 und 0,95. Nach der Einführung von 3 Residualkorrelationen besitzt das KFA-Modell eine sehr gute Passung (TLI: 0,97; CFI: 0,97, RMSEA: 0,06). Die partiellen standardisierten Faktorladungen liegen größtenteils zwischen 0,77 und 0,87. Zwischen den Faktoren bestehen hohe Zusammenhänge. Alle Subskalen korrelieren positiv mit der Globaleinschätzung zur Zufriedenheit mit dem Zahnarzt.
Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse der psychometrischen Prüfung rechtfertigen den Einsatz der ZAP-Subskalen zur „Praxisorganisation“, „Interaktion“ und „Information“ in der zahnärztlichen Versorgung. Wünschenswert wäre die Entwicklung zusätzlicher für die zahnärztliche Versorgung spezifisch entwickelter Skalen, z. B. zum Umgang mit Angst vor dem Zahnarzt, mit Schmerzen sowie zur Einbindung der Patienten in die Entscheidungsfindung.
Abstract
Background:
Patient satisfaction is a central topic in quality management in outpatient dental care. The ZAP questionnaire was validated to explore patient satisfaction in general and specialist outpatient settings. This study aims at assessing the psychometric properties of the ZAP in dental care.
Methods:
A minimally modified version of the ZAP consisting of 4 domains (office organisation, cooperation, interaction, information) was administered in personal interviews to a population-based sample. Descriptive, exploratory and confirmatory psychometric analyses were conducted with random subsets of the study sample.
Results:
The study population comprised 1 773 subjects with at least one dental visit during their lifetime (mean age=50 years, female=51.6%). The exploratory factor analysis identified 3 subscales (office organisation, interaction, information). Based on these results, items of the subscale “cooperation” were excluded from further analyses. The remaining items had a medium difficulty of 0.75, all item-total-correlations were above 0.4. Missing values ranged between 2.3% and 28.7%. Cronbach’s alpha ranged between 0.79 and 0.95. After introduction of 3 residual correlations, the confirmatory factor analyses reached a good model fit (TLI: 0.97; CFI: 0.97, RMSEA: 0.06). Partial standardised factor loadings ranged between 0.77 and 0.87. The 3 latent factors were highly correlated. There was a positive correlation between the 3 subscales and global patient satisfaction with the dentist.
Conclusion:
The psychometric assessment can be used in the 3 modified subscales (office organisation, interaction, and information) to assess patient satisfaction with dental care. To assess dentist’s competence in relation to dental anxiety and pain as well as shared decision making new scales specific to dental care should be explored.