TumorDiagn u Ther 2013; 34(3): 127-130
DOI: 10.1055/s-0032-1319390
Schwerpunkt: Mammakarzinom
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Übersicht – Familiäres Mamma- und Ovarialkarzinom

K. Rhiem
,
R. K. Schmutzler
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Publication Date:
19 April 2013 (online)

Im vergangenen Jahr erkrankten in Deutschland etwa 75 000 Frauen an Brustkrebs und 8000 Frauen an Eierstockkrebs. Während für die weibliche Allgemeinbevölkerung das Brustkrebsrisiko lebenslang bei rund 8% und für Eierstockkrebs bei rund 1,5% liegt, sind die Erkrankungsrisiken für eine kleinere Gruppe von Frauen mit 45–75% für Brustkrebs bzw. 11–60% für Eierstockkrebs deutlich höher. Bei den ca. 10% Frauen, deren Krebserkrankungen eine hereditäre Disposition zugrunde liegt, ist außerdem das Ersterkrankungsalter deutlich vorverlegt. Um Familien mit erhöhten Erkrankungsrisiken zu betreuen, wurde kurz nach der Entdeckung der beiden Hochrisikogene BRCA1 und BRCA2 Mitte der 1990er Jahre das Deutsche Konsortium für Familiären Brust- und Eierstockkrebs mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe gegründet. In den 15 Zentren des Konsortiums wurde seither ein Versorgungskonzept zur Risikoidentifikation, Beratung, Gendiagnostik, Prävention und Therapie etabliert.