TumorDiagn u Ther 2013; 34(3): 118-120
DOI: 10.1055/s-0032-1319386
Schwerpunkt: Mammakarzinom
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Vorsorge – Mammografie-Screening senkt Brustkrebssterblichkeit deutlich

Uwe Glatz
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Publication Date:
19 April 2013 (online)

Immer wieder flammt die Diskussion über den Sinn des Mammografie-Screenings auf. Hauptkritikpunkte sind Strahlenbelastung und Überdiagnose. Neue Studienergebnisse bestätigen jedoch, dass ein flächendeckendes Screening die Sterblichkeitsrate um bis zu 30% senken kann.

Die Sterblichkeitsrate zu verringern ist vorrangiges Ziel aller Krebs-Vorsorgemaßnahmen. Die Inzidenz des Mammakarzinoms hat sich in den vergangenen 30 Jahren nahezu verdoppelt. Umso wichtiger erscheinen Maßnahmen, die zu einer frühzeitigen Diagnose und zu einer geringeren Mortalität führen. Modellprojekte für das Mammografie-Screening in Deutschland haben im Jahr 2000 in Bremen und Wiesbaden begonnen. Das Modellprojekt Weser-Ems in Niedersachsen kam 2001 hinzu. 2005 wurde begonnen, das Mammografie-Screening schrittweise in ganz Deutschland einzuführen. Seit 2009 steht das Programm in Deutschland flächendeckend zur Verfügung.

Auch in den meisten europäischen Nachbarländern sind mittlerweile Mammografie-Screeningprogramme etabliert oder befinden sich im Aufbau. Die Programme orientieren sich wie das deutsche Programm an den Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung im Mammografie-Screening. In der Organisation unterscheiden sich die Programme aufgrund länderspezifischer Unterschiede im jeweiligen Gesundheitswesen, inhaltlich sind sie jedoch weitgehend gleich.